Lexikon

Bebauungsplan

Der Bebauungsplan ist eine verbindliche Satzung der Stadt, die für einzelne Grundstücke festlegt, was dort gebaut werden darf.

Auf dem Plan der Stadt ist dein Grundstück ein farbiges Feld mit Buchstaben, Zahlen und gestrichelten Linien. Was aussieht wie ein Rätsel, ist die genaueste Auskunft über den Wert deiner Fläche, die es gibt. Ein Bebauungsplan sagt nicht ungefähr, sondern verbindlich, was dort entstehen darf.

Er gilt als Satzung, also wie ein Gesetz für dieses eine Gebiet. Der Stadtrat beschließt ihn, vorher liegt der Entwurf öffentlich aus und jeder darf Einwendungen erheben. Ist er in Kraft, muss sich die Bauaufsicht daran halten — und du dich auch.

Was das für dich bedeutet

Bochumer Bebauungspläne kannst du über das Geoportal der Stadt einsehen. Dort findest du zu deinem Grundstück die Plannummer, die zeichnerischen Festsetzungen und den Textteil. Der Textteil wird gern übersehen, enthält aber häufig die härtesten Regeln: Dachform, Firstrichtung, Zahl der Wohnungen je Gebäude, manchmal sogar die Farbe der Dachziegel.

Für den Verkauf ist der Plan ein Verkaufsargument oder ein Risiko — dazwischen gibt es wenig. Erlaubt er auf deinem Eckgrundstück ein zweites Gebäude, zahlen Bauträger dafür. Schreibt er eine nicht überbaubare Grundstücksfläche genau dort vor, wo der Interessent den Anbau plant, erfährt er das spätestens von seinem Architekten. Besser, er erfährt es von dir.

Auch als Hauseigentümer ohne Verkaufsabsicht lohnt der Blick. Carport, Gartenhaus, Dachgaube, Wintergarten: Ob so etwas genehmigungsfähig ist, steht oft schon im Plan. Und wo kein Bebauungsplan existiert, richtet sich die Zulässigkeit nach der umliegenden Bebauung.

Wichtig ist der Unterschied zwischen qualifiziertem und einfachem Bebauungsplan. Ein qualifizierter Plan regelt mindestens Art und Maß der baulichen Nutzung, die überbaubaren Flächen und die Erschließung — dann richtet sich die Genehmigung allein nach ihm. Ein einfacher Plan lässt Lücken, die aus der Nachbarbebauung gefüllt werden. Welcher Fall vorliegt, entscheidet darüber, wie sicher deine Aussage gegenüber einem Käufer ist.

Beispiel: einen Bebauungsplan lesen

So kann die Festsetzung für ein Wohngrundstück aussehen.

Eintrag im PlanBedeutungFolge für 500 m² Grundstück
WAAllgemeines WohngebietWohnen, ergänzend kleine Läden und Praxen
GRZ 0,4Grundflächenzahl200 m² überbaubare Grundfläche
GFZ 0,8Geschossflächenzahl400 m² Geschossfläche insgesamt
IIZwei VollgeschosseErdgeschoss plus Obergeschoss
oOffene BauweiseGebäude mit seitlichem Grenzabstand

Beispielhafte Festsetzungen zur Veranschaulichung, keine Angaben zu einem konkreten Grundstück. Kürzel nach Baunutzungsverordnung und Planzeichenverordnung. Bochumer Bebauungspläne sind über das Geoportal der Stadt Bochum einsehbar.

Aus diesen fünf Zeilen ergibt sich ein Haus mit zwei Geschossen und rund 200 Quadratmetern Grundfläche. Für einen Käufer ist das die Grundlage jeder Kalkulation — und für dich der Beleg, dass dein Preis nicht geraten ist.

Worauf du achten solltest

Prüfe zuerst, ob überhaupt ein Plan existiert. Große Teile älterer Wohngebiete sind nicht beplant. Dann entscheidet die Umgebung, und das ist unschärfer, als vielen Verkäufern lieb ist.

Achte auf laufende Verfahren. Ein Plan im Aufstellungsverfahren kann bereits Wirkung entfalten, etwa über eine Veränderungssperre. Wer davon nichts weiß und trotzdem mit „Bauerwartung“ wirbt, riskiert später den Vorwurf, etwas verschwiegen zu haben.

Und lies die Nebenbestimmungen. Festsetzungen zu Ausgleichsflächen, Anpflanzgeboten, Stellplätzen oder Regenwasserversickerung kosten den Käufer Geld, und dieses Geld zieht er vom Kaufpreis ab. Wer die Punkte kennt, kann sie einpreisen statt sich überraschen zu lassen.

Ein letzter Fallstrick sind Befreiungen. Von einzelnen Festsetzungen kann die Behörde im Einzelfall abweichen, wenn die Grundzüge der Planung gewahrt bleiben. Was der Nachbar durchbekommen hat, ist deshalb kein Beweis dafür, dass es bei dir genauso läuft. Eine Befreiung ist eine Ermessensentscheidung, kein Anspruch.

Verwandte Begriffe

Alle übrigen Begriffe stehen alphabetisch im Lexikon der Immobilienbegriffe.

Wer den Plan zu seinem Grundstück kennt, verkauft mit Argumenten statt mit Vermutungen. Wie sich die Festsetzungen in einen belastbaren Preis übersetzen, steht auf der Seite zum Grundstücksverkauf.

Kurz zusammengefasst

Der Bebauungsplan ist für dein Grundstück wie ein Gesetz: Er sagt, was dort entstehen darf, und damit auch, was die Fläche wert ist. Übersehen werden meist die Nebenbestimmungen — Ausgleichsflächen, Anpflanzgebote, Stellplätze oder Regenwasserversickerung kosten den Käufer Geld, und dieses Geld zieht er von deinem Preis ab. In Bochum kommst du über das Geoportal an die Festsetzungen; wie du sie in einen belastbaren Preis übersetzt, steht auf der Seite Grundstück verkaufen in Bochum.

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Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.

Christian Gottschling, Immobilienmakler für Bochum, im dunkelblauen Sakko vor hellgrauem Hintergrund
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