Kosten beim Verkauf

Was kostet mich der Verkauf meiner Immobilie?

Als Verkäufer trägst du den Energieausweis, die Löschung deiner Grundschuld, deinen Provisionsanteil von 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer und, falls die Bank sie verlangt, eine Vorfälligkeitsentschädigung. Grunderwerbsteuer und den Großteil der Notarkosten zahlt der Käufer. Grob liegen deine Kosten bei vier bis fünf Prozent.

Diese Seite rechnet es an einem Beispiel durch. Jeden Posten einzeln erklärt die ausführliche Übersicht der Verkaufskosten. Die Gesamtsicht auf Provision und Nebenkosten steht unter Kosten und Provision.

Deine Posten im Einzelnen

PostenGrößenordnung
Energieausweisrund 200 bis 700 € je nach Ausweisart
Grundbuchauszug, Flurkarte, Auskünfterund 50 bis 150 €
Löschung der Grundschuldrund 0,2 % der eingetragenen Summe
Maklerprovision, dein Anteil3,57 % inkl. MwSt.
Vorfälligkeitsentschädigungnur bei laufender Zinsbindung
Spekulationssteuernur innerhalb der Zehnjahresfrist

Übliche Größenordnungen in Nordrhein-Westfalen; die Spanne für den Energieausweis stammt aus der eigenen Praxis und ist keine amtliche Preisliste. Notar- und Grundbuchgebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz.

Eine Beispielrechnung für Bochum

Nimm ein Reihenhaus, verkauft zum Bochumer Median von 455.000 Euro, Grundschuld über 200.000 Euro noch eingetragen, Darlehen abbezahlt.

PositionBetrag
Kaufpreis455.000 €
Provisionsanteil 3,57 %− 16.244 €
Löschung der Grundschuld− 400 €
Energieausweis und Unterlagen− 750 €
Bleibt vor Steuern437.606 €

Vereinfachtes Rechenbeispiel ohne Vorfälligkeitsentschädigung und ohne Steuern. Der Median-Kaufpreis für Eigenheime in Bochum stammt aus dem Wohnungsmarktbarometer der Stadt.

Die beiden Posten, die richtig weh tun können

Die Vorfälligkeitsentschädigung. Fällig wird sie, wenn du dein Darlehen vorzeitig ablöst und die Zinsbindung noch läuft. Je nach Restlaufzeit und Zinsdifferenz werden daraus schnell fünfstellige Beträge. Nach zehn Jahren Laufzeit hast du ein gesetzliches Kündigungsrecht mit sechs Monaten Frist, dann entfällt sie. Mehr unter Vorfälligkeitsentschädigung berechnen.

Die Spekulationssteuer. Liegt der Kauf weniger als zehn Jahre zurück und hast du nicht selbst darin gewohnt, wird der Gewinn mit deinem persönlichen Steuersatz belastet. Das kann jede andere Position um ein Vielfaches übertreffen. Prüf das früh unter Spekulationssteuer.

Gut zu wissenSteuerliche Fragen gehören zu deinem Steuerberater. Diese Seite gibt eine Orientierung und ersetzt keine Beratung.

Was der Käufer zahlt

In Nordrhein-Westfalen trägt der Käufer die Grunderwerbsteuer von 6,5 Prozent, die Notar- und Grundbuchkosten für den Eigentumswechsel und seinen eigenen Provisionsanteil. Zusammen sind das rund zehn Prozent über dem Kaufpreis. Die saubere Trennung steht unter Wer zahlt beim Hausverkauf was.

Wo du sparen kannst und wo nicht

Sparen kannst du bei Dingen, die du selbst erledigst: Unterlagen beim Amt holen, entrümpeln, aufräumen, fotografieren. Nicht sparen solltest du beim Energieausweis, weil er Pflicht ist, und bei der Preisfindung, weil ein falscher Startpreis mehr kostet als alle anderen Posten zusammen. Welche Ausgaben steuerlich zählen, steht unter Absetzbare Verkaufskosten.

Häufige Fragen zu den Verkaufskosten

Wer zahlt die Notarkosten?
Den Hauptteil zahlt der Käufer, weil der Vertrag in seinem Interesse beurkundet und das Eigentum auf ihn umgeschrieben wird. Bei dir bleibt nur, was mit der Löschung deiner Grundschuld zusammenhängt. Die Aufteilung im Detail steht unter Notarkosten beim Hausverkauf.
Wie hoch ist die Maklerprovision genau?
Beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher sind 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer üblich, hälftig geteilt zwischen beiden Seiten. Auf dich entfallen damit 3,57 Prozent, bei einem Kaufpreis von 455.000 Euro also rund 16.200 Euro. Dein Anteil darf gesetzlich nie kleiner sein als der des Käufers. Mehr unter Höhe der Maklerprovision.
Was bleibt am Ende wirklich übrig?
Vom Kaufpreis gehen deine Kosten ab, dann die Restschuld an die Bank, dann gegebenenfalls Steuern. Bei einem abbezahlten Objekt ohne Steuerthema bleiben rund 96 Prozent. Mit laufendem Darlehen kann es deutlich weniger sein. Die Rechnung steht unter Was vom Verkauf übrig bleibt.
Muss ich den Energieausweis wirklich haben?
Ja. Seine Kennwerte gehören bereits in jede Anzeige, spätestens bei der Besichtigung muss er vorliegen und beim Verkauf wird er übergeben. Fehlt er, drohen Bußgelder, und Kaufinteressenten werden misstrauisch. Die Kosten dafür sind gering im Vergleich zum Ärger ohne ihn.

Kurz zusammengefasst

Deine festen Kosten sind überschaubar: Energieausweis, Unterlagen, Löschung der Grundschuld und dein Provisionsanteil von 3,57 Prozent. Zusammen sind das rund vier Prozent des Kaufpreises.

Richtig teuer wird es nur durch zwei Sonderfälle: eine Vorfälligkeitsentschädigung bei laufender Zinsbindung und die Spekulationssteuer innerhalb der Zehnjahresfrist.

Grunderwerbsteuer und Notarkosten für die Umschreibung zahlt der Käufer. Prüfe Darlehen und Frist, bevor du vermarktest.

Was bleibt für dich übrig?

Erst der Wert, dann die Kosten. Beides rechnen wir dir vorab durch.

Christian Gottschling im blauen Anzug auf einer Bühne im Scheinwerferlicht, im Hintergrund das Publikum
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Christian Gottschling

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