Immobilie verkaufen im Alter in Bochum
Fünf Wege, dein Haus zu Geld zu machen – und was jeder davon für dein Wohnen und deine Kinder bedeutet.
Die Treppe in den ersten Stock ist seit dem Winter ein Thema. Oben stehen drei Zimmer leer, unten wird gewohnt. Der Garten war einmal das Schönste am Haus und ist jetzt vor allem Arbeit. Und irgendwann sagt jemand aus der Familie den Satz, der lange in der Luft hing: „Wäre eine Wohnung nicht einfacher?“
Das ist keine leichte Frage, und sie hat auch nichts mit Aufgeben zu tun. Ein Haus, das nicht mehr passt, kostet Kraft, Geld und Bewegungsfreiheit. Ein Verkauf zum richtigen Zeitpunkt schafft beides zurück: eine Wohnung, in der du dich ohne Treppe bewegst, und Geld, über das du selbst bestimmst. Wenn du eine Immobilie im Alter verkaufen willst, in Bochum oder anderswo, hast du mehr Möglichkeiten als nur „verkaufen oder bleiben“. Diese Seite zeigt dir alle Wege, auch die, von denen wir abraten würden.
Was dir diesen Schritt leichter macht
Du bestimmst das Tempo
Kein Termin muss diese Woche stattfinden. Wenn du erst im Frühjahr umziehen willst, wird der Verkauf danach ausgerichtet. Ein längerer Übergabetermin lässt sich im Kaufvertrag festhalten, oft sechs bis zwölf Monate.
Du musst nichts allein tragen
Ein Haushalt nach vierzig Jahren räumt sich nicht an einem Wochenende. Entrümpler, Maler und Bodenleger kommen über unser Netzwerk, ohne dass du telefonierst und vergleichst.
Deine Kinder sitzen mit am Tisch
Wenn du möchtest, sind Sohn oder Tochter bei jedem Gespräch dabei, auch per Telefon aus einer anderen Stadt. Das nimmt Misstrauen heraus, bevor es entsteht.
Wann ein Haus wirklich zu groß geworden ist
Es gibt keinen Stichtag dafür. Es gibt aber Anzeichen, die sich fast immer wiederholen. Räume, die seit Jahren nur zum Lüften geöffnet werden. Eine Heizung, die das ganze Haus wärmt, obwohl zwei Zimmer genügen würden. Ein Dach, das in absehbarer Zeit dran wäre, und die Frage, ob sich das überhaupt noch lohnt. Der Rasen, den seit dem letzten Sommer jemand anderes mäht.
Rechne es einmal nüchtern durch. Ein Haus mit 140 Quadratmetern, in dem eine Person lebt, verursacht Heizkosten, Grundsteuer, Versicherung und Instandhaltung für die volle Fläche. Fachleute rechnen bei älteren Gebäuden mit etwa einem Prozent des Gebäudewerts pro Jahr an Instandhaltung. Bei einem Haus im Bochumer Median von 455.000 Euro sind das mehrere Tausend Euro jährlich, die du zurücklegen müsstest – für ein Dach, das du vielleicht selbst nicht mehr brauchst.
Was dein Haus heute bringt, ist die erste Zahl, die du für jede dieser Entscheidungen brauchst.
Barrierefreiheit: umbauen oder umziehen
Rund 65 Prozent der Bochumer Wohngebäude stammen aus der Zeit vor Baujahr 1970. Diese Häuser haben schmale Türen, Bäder im ersten Stock, Stufen zur Haustür und Keller mit steilen Treppen. Ein schwellenfreies Bad im Erdgeschoss lässt sich oft nachrüsten, ein Treppenlift ebenfalls. Die Pflegekassen bezuschussen wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wenn ein Pflegegrad vorliegt, und die Stadt Bochum fördert Modernisierungen über ihr kommunales Programm mit Zuschüssen bis 50.000 Euro.
Der Umbau lohnt sich, wenn du am Haus hängst, das Erdgeschoss groß genug ist und jemand in der Nähe wohnt, der im Alltag hilft. Er lohnt sich nicht, wenn danach immer noch der Garten, das Dach und die 140 Quadratmeter bleiben. Dann verschiebt der Umbau die Entscheidung nur um ein paar Jahre – und du zahlst zweimal.
Wohin danach: Wohnung, Seniorenwohnung oder betreutes Wohnen
Die meisten unterschätzen, wie unterschiedlich diese drei Wege sind. Eine normale Eigentumswohnung kaufst du frei, du bist Eigentümer und zahlst Hausgeld. Eine öffentlich geförderte Seniorenwohnung setzt einen Wohnberechtigungsschein voraus; in Bochum gibt es davon 2.541. Betreutes Wohnen ist eine Mietwohnung mit einem Betreuungsvertrag: Notrufsystem, Ansprechpartner, buchbare Leistungen, dafür eine monatliche Pauschale zusätzlich zur Miete.
Preislich ist Bochum in einer angenehmen Lage. Eine Eigentumswohnung kostet im stadtweiten Median 2.318 Euro je Quadratmeter. Eine barrierearme Dreizimmerwohnung mit 75 Quadratmetern liegt damit rechnerisch bei rund 174.000 Euro – deutlich unter dem, was ein Haus im Median bringt. Der Unterschied bleibt dir, für den Umzug, für die Einrichtung, für alles Weitere.
Du suchst die passende Wohnung, bevor dein Haus verkauft ist? Hinterleg, was du suchst.
| Stadtteil | Eigentumswohnung je m² | Miete je m² nettokalt |
|---|---|---|
| Bochum gesamt | 2.318 € | 8,76 € |
| Stiepel | 3.400 € | 10,38 € |
| Weitmar-Mitte | 2.461 € | 9,50 € |
| Langendreer | 2.090 € | 8,01 € |
| Wattenscheid-Mitte | 1.885 € | 8,00 € |
| Günnigfeld | 1.733 € | 7,61 € |
Quelle: Stadt Bochum, Wohnungsmarktbarometer 2025, Median-Angebotspreise je Ortsteil (empirica/VALUE, Beobachtungszeitraum 1.7.2024–30.6.2025).
Verkaufen und wohnen bleiben: Wohnrecht und Nießbrauch
Du kannst dein Haus verkaufen und trotzdem darin wohnen bleiben. Dafür gibt es zwei Rechte, die im Grundbuch eingetragen werden, und sie sind nicht dasselbe.
Das Wohnrecht
Ein lebenslanges Wohnrecht erlaubt dir, die Immobilie selbst zu bewohnen. Vermieten darfst du sie nicht. Ziehst du später in ein Pflegeheim, ist das Recht praktisch wertlos, weil es niemand für dich nutzen kann.
Der Nießbrauch
Der Nießbrauch geht weiter. Du darfst die Immobilie bewohnen oder vermieten und die Miete behalten. Wenn du also in eine Wohnung ziehst, kannst du das Haus vermieten und aus der Miete die neue Wohnung bezahlen. Dafür trägst du weiterhin die laufenden Lasten.
Beides mindert den Kaufpreis, und zwar erheblich. Der Wert des Rechts wird nach deiner statistischen Lebenserwartung berechnet und vom Kaufpreis abgezogen. Bei einem 72-jährigen Eigentümer kann das ein Drittel des Werts ausmachen. Das ist kein Nachteil, sondern der Preis für das Wohnenbleiben – du solltest ihn nur kennen, bevor du unterschreibst.
Wie viel Wohnrecht oder Nießbrauch bei deinem Haus vom Preis abziehen, rechnen wir dir in Ruhe vor.
Leibrente und Teilverkauf: warum wir hier vorsichtig sind
Beide Modelle werden offensiv beworben, und beide haben ernste Haken.
Bei der Leibrente verkaufst du dein Haus und bekommst statt einer Summe eine monatliche Zahlung bis zu deinem Tod, meist kombiniert mit Wohnrecht. Der Rechenweg geht über die statistische Lebenserwartung. Wer früh stirbt, hat einen Bruchteil des Werts erhalten – der Rest bleibt beim Käufer. Wer sehr lange lebt, fährt gut. Es ist eine Wette, und du kennst dein eigenes Blatt nicht. Kritisch wird es, wenn der Zahlungspflichtige zahlungsunfähig wird. Dagegen hilft nur eine Reallast im Grundbuch an erster Stelle.
Beim Teilverkauf verkaufst du einen Anteil, meist bis 50 Prozent, und zahlst für den verkauften Teil ein monatliches Nutzungsentgelt. Rechne dieses Entgelt einmal auf das ausgezahlte Geld hoch, dann siehst du, wie teuer diese Konstruktion ist. Dazu kommt: Instandhaltung und Reparaturen bleiben in aller Regel vollständig bei dir, obwohl dir nur noch die Hälfte gehört. Und beim späteren Gesamtverkauf fällt oft ein Durchführungsentgelt an, außerdem gibt es Verträge mit einer Wertsicherungsklausel zugunsten des Anbieters.
Schenkung zu Lebzeiten und die Zehnjahresfrist
Viele wollen das Haus lieber gleich an die Kinder übertragen. Das kann sinnvoll sein, hat aber Regeln, die du kennen musst.
Jedes Kind hat gegenüber jedem Elternteil einen Schenkungsteuer-Freibetrag von 400.000 Euro, und dieser Freibetrag lebt alle zehn Jahre neu auf. Ein Bochumer Haus im Median von 455.000 Euro, das von zwei Elternteilen auf zwei Kinder übertragen wird, bleibt damit in aller Regel steuerfrei. Behältst du dir einen Nießbrauch vor, sinkt der steuerliche Wert der Schenkung zusätzlich.
Die zweite Zehnjahresfrist betrifft den Pflichtteil. Wird ein Kind später enterbt oder fühlt sich benachteiligt, kann es eine Schenkung in den Pflichtteil einrechnen lassen. Dieser Anspruch schmilzt pro Jahr um ein Zehntel ab und ist nach zehn Jahren verschwunden. Behältst du dir aber ein Nießbrauchrecht vor, beginnt die Frist nach der Rechtsprechung oft gar nicht zu laufen. Genau daran scheitern viele gut gemeinte Übertragungen.
Und die dritte Frist ist die steuerliche Spekulationsfrist von zehn Jahren. Sie greift nicht, wenn du selbst im Haus gewohnt hast. Wenn du dagegen eine vermietete Wohnung verkaufst, die du vor weniger als zehn Jahren gekauft hast, ist der Gewinn steuerpflichtig. Was das für Anlageobjekte bedeutet, steht auf der Seite zur Kapitalanlage in Bochum.
Wie du deine Kinder einbeziehst, ohne die Entscheidung abzugeben
Der häufigste Streit entsteht nicht ums Geld, sondern ums Gefühl, übergangen worden zu sein. Drei Dinge helfen zuverlässig.
Erstens: Sprich früh, nicht erst, wenn schon jemand einen Notartermin hat. Zweitens: Hol eine neutrale Wertermittlung, bevor über Zahlen geredet wird. Wenn eine unabhängige Einschätzung auf dem Tisch liegt, diskutiert niemand mehr über Wunschwerte aus dem Internet. Drittens: Halte fest, wer was bekommt und warum. Ein Kind, das jahrelang gepflegt hat, ein Kind, das schon eine Anzahlung bekommen hat – solche Dinge gehören ausgesprochen und aufgeschrieben.
Wenn mehrere Erben eine Immobilie gemeinsam übernehmen, entsteht schnell eine Konstellation, in der eine Person blockieren kann. Wie das in der Praxis aussieht und wie es sich lösen lässt, steht unter Erbengemeinschaft und Immobilie in Bochum. Wer stattdessen zu Lebzeiten klar verteilt, erspart seinen Kindern genau das.
So läuft der Verkauf einer Immobilie im Alter in Bochum ab
Gespräch bei dir zu Hause
Ohne Vertrag, ohne Verpflichtung. Wir schauen uns das Haus an und du erzählst, wie du wohnen möchtest.
Wert ermitteln und Wege durchrechnen
Verkauf, Verkauf mit Wohnrecht, Nießbrauch, Übertragung. Jede Variante mit einer Zahl darunter.
Neue Wohnung suchen, bevor verkauft wird
Der Reihenfolge wegen. Niemand soll unter Zeitdruck einziehen müssen.
Haushalt auflösen, in deinem Tempo
Entrümpler und Handwerker kommen aus unserem Netzwerk. Was bleiben soll, bleibt.
Verkauf und Übergabe
Übergabetermin nach deinem Umzug, nicht davor. Das steht so im Kaufvertrag.
Häufige Fragen zum Immobilienverkauf im Alter
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich mein selbst bewohntes Haus verkaufe?
Kann ich verkaufen und trotzdem bis zum Umzug wohnen bleiben?
Was ist der Unterschied zwischen Wohnrecht und Nießbrauch?
Lohnt sich ein Teilverkauf meines Hauses?
Was passiert mit dem Verkaufserlös, wenn ich später ins Pflegeheim muss?
Was ist mein Haus in Bochum überhaupt wert?
Wie lange dauert das alles?
Kurz zusammengefasst
Ein Haus, das zu groß geworden ist, kostet jedes Jahr Geld und Kraft. In Bochum steht dem ein Wohnungsmarkt gegenüber, auf dem eine barrierearme Wohnung im Median deutlich weniger kostet als ein Eigenheim einbringt – der Unterschied bleibt dir. Verkauf mit langem Übergabetermin, Verkauf mit Wohnrecht oder Nießbrauch und die Übertragung zu Lebzeiten sind die drei Wege, die sich in der Praxis bewähren. Leibrente und Teilverkauf klingen bequem und sind fast immer teurer, als sie aussehen.
Fang mit einer neutralen Zahl an. Wenn alle am Tisch wissen, was das Haus wirklich wert ist, wird aus einer schwierigen Familienfrage eine ruhige Entscheidung.
Sollen wir uns das Haus einmal ansehen?
Wir kommen zu dir, in Ruhe und ohne Vertrag im Gepäck. Deine Kinder können dabei sein, auch telefonisch.
Christian Gottschling
Der häufigste teure Fehler beim Verkauf ist ein zu hoher Startpreis. Über den reden wir am besten, bevor die Immobilie online geht.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in BochumLieber telefonisch? 0201 20 20 01 — Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.