Verkaufen oder warten

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, in Bochum zu verkaufen?

Den perfekten Zeitpunkt trifft niemand. Entscheidend sind zwei persönliche Fragen: Läuft deine Zehnjahresfrist für die Steuer bald ab, und stehen Reparaturen an, die du nicht mehr zahlen willst? Saisonal bringen Frühjahr und Frühherbst die meisten Besichtigungen. In Bochum halten rund 75 Prozent Mieterhaushalte die Nachfrage von Kapitalanlegern stabil.

Auf dem Küchentisch liegen zwei Zettel nebeneinander: ein Angebot für eine neue Heizung und ein Ausdruck mit Immobilienpreisen. Zusammen ergeben sie die Frage, ob du noch ein Jahr wartest.

Die lange Abwägung mit Zinsen, Saison und Lebensphase steht im Ratgeber bester Zeitpunkt für den Hausverkauf. Hier geht es nur um die eine Entscheidung: jetzt oder später, bezogen auf Bochum.

Welche zwei Fragen wichtiger sind als der Markt

Die erste Frage ist steuerlich. Hast du die Immobilie gekauft und nicht selbst bewohnt, ist der Gewinn nach zehn Jahren Haltedauer steuerfrei. Fehlen dir noch acht Monate, ist Warten fast immer die günstigere Variante.

Die zweite Frage ist baulich. Heizung, Dach und Fenster sind die drei Posten, die ein Haus im Bestand teuer machen. Wenn du eine dieser Investitionen vor dir herschiebst, verkaufst du besser vorher. Den Einbau bekommst du beim Preis selten vollständig zurück.

Was der Bochumer Markt gerade hergibt

Bochum hat rund 375.000 Einwohner und rund 200.000 Wohnungen. Drei von vier Haushalten wohnen zur Miete. Das ist der Grund, warum Kapitalanleger hier verlässlich suchen: Mieter finden sich immer. Der Median-Angebotspreis liegt bei 2.318 Euro je Quadratmeter für Eigentumswohnungen, ein Eigenheim wechselt im Median bei 455.000 Euro den Besitzer.

Was die Zahlen nicht zeigen: Die Spanne zwischen den Stadtteilen ist riesig. Wie sich das auf dein Objekt auswirkt, liest du auf der Übersicht zum Immobilienmarkt in Bochum und bei den Immobilienpreisen nach Stadtteil.

Wann Warten dich Geld kostet

Deine LageBesser jetztBesser später
ZehnjahresfristFrist ist abgelaufenweniger als ein Jahr fehlt
Heizung über 25 Jahre altvor dem Austausch verkaufenAustausch ist schon bezahlt
Haus steht leersofort, jeder Monat kostetselten sinnvoll
Erbengemeinschaftsolange alle redennur mit klarer Absprache
Vermietet mit altem Vertragbei Anlegernachfragewenn Eigennutzer zahlen sollen

Einschätzung auf Basis von über 400 begleiteten Verkäufen im Ruhrgebiet.

Das größte Risiko beim Warten ist nicht der Markt, sondern der Zustand. Ein leerstehendes Haus verliert schnell: Feuchtigkeit, Schimmel, Einbruchspuren. Wer zwei Jahre wartet, verkauft oft ein anderes Objekt als das, an das er gedacht hat.

Spielt die Jahreszeit eine Rolle?

Ja, aber weniger als gedacht. Die meisten Anfragen kommen von Februar bis Mai und wieder von September bis November. Im Hochsommer und zwischen den Feiertagen ist es ruhig. Wenn dein Haus einen schönen Garten hat, hilft ein Start im Frühjahr. Eine Wohnung im dritten Stock verkauft sich das ganze Jahr gleich gut.

Wichtiger als der Monat ist, dass deine Unterlagen am ersten Tag vollständig sind. Was dazugehört, steht in der Unterlagenliste für den Hausverkauf.

Wie du die Entscheidung konkret machst

Hol dir zuerst eine belastbare Zahl. Ohne aktuellen Wert diskutierst du über Gefühle. Danach rechnest du gegen: Was kostet dich ein weiteres Jahr an Instandhaltung, Grundsteuer und Nerven, und was bringt es dir realistisch an Mehrerlös? In den meisten Fällen fällt die Antwort nach diesem Vergleich in zehn Minuten.

Ob eine Vermietung die bessere Alternative ist, klärt die Frage verkaufen oder vermieten. Steuerfristen erklärt wann ein Hausverkauf steuerfrei ist. Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen zum Verkaufszeitpunkt

Sinken die Preise in Bochum, wenn ich noch warte?
Das kann dir niemand seriös sagen. Was sich sagen lässt: Bochum hat eine sehr hohe Mieterquote von rund 75 Prozent, und die Nachfrage nach vermieteten Objekten ist damit strukturell stabil. Für Eigennutzer entscheidet weniger der Gesamtmarkt als dein Stadtteil und dein Zustand. Ein gepflegtes Haus in guter Lage findet in jedem Marktumfeld Käufer, ein sanierungsbedürftiges braucht immer länger.
Soll ich vor dem Verkauf noch renovieren?
Meistens nicht. Eine neue Küche oder frische Bäder holst du beim Preis selten vollständig wieder rein, weil der Käufer es ohnehin nach seinem Geschmack macht. Was sich lohnt, sind Kleinigkeiten: aufräumen, entrümpeln, kaputte Griffe tauschen, Wände weiß streichen. Größere Investitionen rechnen sich nur, wenn ohne sie gar keine Finanzierung möglich wäre.
Was, wenn ich schon ein neues Haus gefunden habe?
Dann dreht sich die Reihenfolge um, und der Zeitdruck kommt von außen. In dem Fall gehört vor jede Verhandlung eine klare Zwischenfinanzierung mit deiner Bank. Ohne sie musst du unter Druck verkaufen, und das kostet fast immer mehr als die Zinsen für eine Überbrückung. Sprich mit der Bank, bevor du das neue Objekt reservierst.
Wie lange dauert es vom Entschluss bis zum Geld?
Rechne von der Entscheidung bis zum Geldeingang mit sechs bis sieben Monaten. Wenn nichts schiefgeht, sind rund vier Monate machbar, im ungünstigsten Fall werden es zwölf. Darin stecken Bewertung und Unterlagen, die Vermarktung mit Besichtigungen, die Einigung, der Notartermin und die Wartezeit auf die Kaufpreisfälligkeit. Allein zwischen Beurkundung und Zahlungseingang liegen üblicherweise vier bis acht Wochen.

Kurz zusammengefasst

Der Markt ist selten der Grund, warum ein Verkauf gelingt oder scheitert. Deine Steuerfrist und der Zustand deines Hauses sind es.

Frühjahr und Frühherbst bringen mehr Besichtigungen, entscheidend bleiben aber vollständige Unterlagen und ein Preis, der zum Stadtteil passt.

Wer wartet, zahlt weiter Instandhaltung und Grundsteuer. Wer leerstehen lässt, verliert zusätzlich Substanz.

Mach die Entscheidung an einer echten Zahl fest, nicht an einem Bauchgefühl.

Was ist deine Immobilie gerade wert?

Eine ehrliche Einschätzung vor Ort, kostenlos und ohne Auftrag. Danach weißt du, ob Warten sich rechnet.

Christian Gottschling, Immobilienmakler für Bochum, im dunkelblauen Sakko vor hellgrauem Hintergrund
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Christian Gottschling

Der häufigste teure Fehler beim Verkauf ist ein zu hoher Startpreis. Über den reden wir am besten, bevor die Immobilie online geht.

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