Wer zahlt nach dem Verkauf noch die Grundsteuer?
Gegenüber der Stadt bleibst du für das ganze Kalenderjahr Schuldner, in dem du am 1. Januar noch Eigentümer warst. Wer wirtschaftlich zahlt, regelt der Kaufvertrag: Üblich ist eine Aufteilung ab dem Tag des Besitzübergangs. Der Käufer erstattet dir dann seinen Anteil, die Stadt bleibt außen vor.
Was neben der Grundsteuer noch über den Bescheid läuft, erklärt der Eintrag zu den Grundbesitzabgaben der Stadt. Wie sich die Posten zwischen beiden Seiten verteilen, zeigt Kostenverteilung beim Hausverkauf.
Zwei Ebenen, die oft verwechselt werden
| Ebene | Wer zahlt | Grundlage |
|---|---|---|
| Gegenüber der Stadt | wer am 1. Januar Eigentümer war | Grundsteuergesetz |
| Zwischen euch beiden | der Käufer ab Besitzübergang | Kaufvertrag |
| Ab dem Folgejahr | der Käufer direkt | Zurechnungsfortschreibung |
Systematik der Grundsteuer beim Eigentümerwechsel. Die konkrete Aufteilung steht in deinem Kaufvertrag.
Warum du den Bescheid trotzdem bekommst
Die Grundsteuer entsteht einmal im Jahr, nach den Verhältnissen zum Jahresanfang. Wer an diesem Stichtag im Grundbuch steht, ist für das gesamte Jahr Steuerschuldner — egal ob im März oder im November verkauft wird.
Umgeschrieben wird erst zum nächsten Jahresanfang. Deshalb flattert dir der Bescheid für das Verkaufsjahr weiterhin ins Haus, und deshalb solltest du das Lastschriftmandat nicht sofort kündigen. Wie der Stichtag zum Besitzübergang passt, klärt Ende eines Immobilienverkaufs.
Wie die Aufteilung im Vertrag aussieht
Standard ist eine taggenaue Abgrenzung: Bis zum Übergabetag zahlst du, danach der Käufer. Verkaufst du zum 1. Juli, trägt er rund die Hälfte und erstattet dir diesen Teil.
Geregelt wird das meist in einem Satz im Kaufvertrag. Fehlt er, bleibt die gesetzliche Lage: Du zahlst alles und hast keinen Anspruch auf Erstattung. Genau deshalb lohnt ein Blick in den Entwurf, bevor du beim Notar unterschreibst. Was danach noch zu tun ist, steht unter Aufgaben nach dem Verkauf.
Müll, Wasser und Straßenreinigung laufen mit
In Bochum kommen Grundsteuer, Abfall, Straßenreinigung, Winterdienst und Abwasser gemeinsam auf einem Bescheid. Für diese Posten gilt dieselbe Logik, sie werden ebenfalls zum Übergabetag abgegrenzt.
Praktisch heißt das: Beim Übergabetermin die Zählerstände festhalten, den Bescheid des laufenden Jahres kopieren und die Abgrenzung ausrechnen. Wie der Termin abläuft, zeigt Ablauf der Hausübergabe.
Wann der Käufer selbst zahlt
Ab dem 1. Januar des Folgejahres. Dann hat das Finanzamt die Zurechnung fortgeschrieben, und die Stadt schickt den Bescheid direkt an ihn.
Voraussetzung ist die Umschreibung im Grundbuch. Zieht sie sich, kann es passieren, dass du auch im zweiten Jahr noch angeschrieben wirst. Melde dich in dem Fall beim Steueramt und leg den Kaufvertrag vor. Warum die Umschreibung dauert, steht unter Ablauf nach dem Notartermin und im Eintrag zur Grundsteuer bei Immobilien.
Häufige Fragen zur Grundsteuer
Kann ich der Stadt sagen, dass der Käufer jetzt zahlt?
Was, wenn der Käufer seinen Anteil nicht erstattet?
Gilt das auch für die Grundsteuer einer Eigentumswohnung?
Ändert sich die Grundsteuer nach dem Verkauf?
Kurz zusammengefasst
Gegenüber der Stadt bleibst du für das gesamte Verkaufsjahr Schuldner, wenn du am Jahresanfang Eigentümer warst.
Der Kaufvertrag regelt die wirtschaftliche Aufteilung, üblich taggenau ab dem Besitzübergang.
Ab dem Folgejahr bekommt der Käufer den Bescheid direkt. Kündige dein Lastschriftmandat deshalb nicht zu früh, sonst drohen Mahngebühren für eine Steuer, die ohnehin geteilt wird.
Alle Posten sauber abgegrenzt
Wir rechnen Grundsteuer, Abgaben und Nebenkosten zum Übergabetag durch, damit hinterher nichts offenbleibt.
Christian Gottschling
Ein kurzes Gespräch bringt dich meist weiter als eine Stunde Lesen. Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum