Startpreis

Wie lege ich den Angebotspreis fest?

Der Angebotspreis entsteht aus drei Zahlen: den tatsächlich beurkundeten Preisen vergleichbarer Objekte in deinem Stadtteil, dem laufenden Wettbewerb in den Portalen und dem Zustand deiner Immobilie. Der Wunschpreis gehört nicht dazu. Ein kleiner Aufschlag für Verhandlung ist üblich, ein großer kostet dich Anfragen.

Der Startpreis entscheidet mehr über das Ergebnis als jede spätere Verhandlung. Die ersten zwei bis vier Wochen bringen die besten Interessenten — oder gar keine. Die ausführliche Anleitung steht im Ratgeber Angebotspreis festlegen. Hier bekommst du die Kurzfassung.

Die drei Zahlen, aus denen der Preis entsteht

  1. Beurkundete Vergleichspreise

    Was in deinem Stadtteil tatsächlich gezahlt wurde, führt der Gutachterausschuss in der Kaufpreissammlung. Das ist die härteste Zahl, die es gibt.

  2. Aktueller Wettbewerb

    Was steht gerade in den Portalen und seit wann? Wer mit fünf ähnlichen Objekten konkurriert, braucht einen anderen Startpreis als wer allein am Markt ist.

  3. Zustand deines Objekts

    Dach, Heizung, Fenster, Bäder, Energiekennwert. Jeder anstehende Posten wird vom Käufer gegengerechnet, meist großzügiger als nötig.

  4. Verhandlungspuffer

    Ein kleiner Aufschlag ist normal, weil Käufer verhandeln wollen. Zu viel Puffer sortiert dich aus den Suchmasken heraus.

Warum der Puffer klein bleiben muss

Käufer suchen in Preisstufen: bis 300.000, bis 400.000, bis 500.000 Euro. Wer 20.000 Euro zu viel aufruft, verschwindet für eine ganze Gruppe aus der Trefferliste — auch wenn er später verhandeln würde. Diese Käufer sehen dein Objekt nie.

Zum Vergleich: Der Median-Kaufpreis für ein Eigenheim liegt in Bochum bei 455.000 Euro. Genau an solchen Schwellen entscheidet sich, ob eine Suchmaske dich anzeigt. Wie viel Spielraum realistisch ist, steht unter Verhandlungsspielraum beim Kaufpreis.

Der Stadtteil ist die erste Sortierung

StadtteilMedian ETW €/m²Median Haus €/m²
Wiemelhausen/Brenschede3.465 €3.402 €
Stiepel3.400 €3.699 €
Weitmar-Mark2.786 €2.893 €
Altenbochum2.709 €2.452 €
Grumme2.443 €2.950 €
Querenburg2.115 €3.029 €
Werne2.019 €2.681 €
Riemke1.797 €2.727 €
Hofstede1.611 €2.728 €

Median-Angebotspreise je Quadratmeter für Eigentumswohnungen und Häuser nach Stadtteil. Quelle: Auswertung Wohnungsmarktbarometer der Stadt Bochum und Portaldaten, Stand 09/2026.

Woran du merkst, dass der Preis nicht stimmt

Drei Signale in den ersten drei Wochen. Viele Aufrufe, kaum Anfragen: Der Preis schreckt ab. Wenige Aufrufe: Fotos, Titel oder Preisstufe passen nicht. Besichtigungen ohne ein einziges Angebot: Der Zustand entspricht nicht dem, was der Preis verspricht.

Wer dann in kleinen Schritten nachlässt, erzeugt den Eindruck eines Ladenhüters. Besser ist ein deutlicher Schritt, der dich in die nächste Suchstufe bringt. Die Warnzeichen im Detail beschreibt der Beitrag zur zu teuer angebotenen Immobilie.

Gut zu wissenEin Preis knapp unter einer runden Schwelle bringt mehr Sichtbarkeit als einer knapp darüber. 449.000 Euro erscheinen in der Suche bis 450.000, 455.000 Euro nicht.

Welche Werte aktuell gelten, zeigt die Übersicht der Immobilienpreise in Bochum.

Häufige Fragen dazu

Soll ich den Preis lieber hoch ansetzen und dann senken?
Das ist die häufigste teure Entscheidung beim Verkauf. Die stärkste Nachfrage entsteht in den ersten zwei bis vier Wochen. Wer diese Zeit mit einem zu hohen Preis verbrennt, verkauft später zu einem niedrigeren Preis als möglich gewesen wäre, weil das Inserat sichtbar gealtert ist und Käufer daraus einen Mangel lesen.
Was ist ein realistischer Verhandlungsspielraum?
Das hängt von Objekt und Marktlage ab. Ein marktgerecht angesetztes Objekt in gefragter Lage wird wenig nachgelassen, ein Objekt mit Sanierungsstau deutlich mehr. Plane den Puffer so, dass du nicht aus der nächsten Preisstufe herausfällst — lieber ein kleiner Spielraum mit vielen Interessenten als ein großer ohne.
Soll ich den Preis überhaupt nennen oder auf Anfrage angeben?
Nenne ihn. Ein Inserat ohne Preis wird in Suchfiltern schlechter gefunden und weckt Misstrauen. Ausnahmen gibt es bei sehr besonderen Objekten oder beim diskreten Verkauf, wo ein Bieterverfahren oder eine Vermarktung ohne öffentliches Inserat sinnvoll sein kann. Für den Regelfall gilt: Preis rein, sonst kostet es Reichweite.
Wie oft darf ich den Preis anpassen?
So selten wie möglich. Jede Änderung ist für Interessenten sichtbar und wird als Schwäche gelesen. Wenn du anpasst, dann einmal und deutlich genug, um eine neue Käufergruppe zu erreichen. Vorher lohnt es sich zu prüfen, ob nicht Fotos, Titel oder fehlende Unterlagen das eigentliche Problem sind.

Kurz zusammengefasst

Beurkundete Vergleichspreise, aktueller Wettbewerb und der Zustand deiner Immobilie ergeben den Startpreis.

Der Verhandlungspuffer bleibt klein, weil Käufer in Preisstufen suchen. Ein zu hoher Aufschlag macht dich für ganze Gruppen unsichtbar.

Die stärkste Nachfrage entsteht in den ersten Wochen. Wer sie mit einem Wunschpreis verbrennt, verkauft später schlechter.

Prüfe nach drei Wochen Aufrufe, Anfragen und Besichtigungen. Die Datenbasis für deinen Preis liefert die Immobilienbewertung in Bochum.

Welcher Startpreis trägt bei dir?

Wir nennen dir eine Spanne mit Vergleichsobjekten aus deinem Stadtteil, bevor du inserierst.

Christian Gottschling steht vor einem Einfamilienhaus mit Verkaufsschild im Vorgarten
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Christian Gottschling

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Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum
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