Vor dem Verkauf

Lohnt es sich, vor dem Verkauf noch zu renovieren?

Meistens nicht in großem Stil. Der Käufer rechnet seine eigene Sanierung ohnehin gegen den Preis und will sie nach seinem Geschmack machen. Was sich lohnt, sind kleine Arbeiten im niedrigen dreistelligen Bereich, die den ersten Eindruck retten: streichen, aufräumen, Fugen erneuern, Licht tauschen.

Der Gedanke ist naheliegend: erst herrichten, dann verkaufen. Die Rechnung geht selten auf. Welche Maßnahmen im Einzelnen wirken, steht im Ratgeber Renovieren vor dem Verkauf — hier steht, warum die große Lösung meistens verliert.

Warum große Maßnahmen selten zurückkommen

Ein Käufer, der eine Immobilie kauft, plant sie für sich. Deine neue Küche ist für ihn fremdes Geschmacksrisiko, nicht Wertzuwachs. Er sieht Aufwand, den er selbst hätte gestalten wollen — und zahlt dafür seltener einen Aufschlag, als Verkäufer hoffen.

Dazu kommt die Zeit. Eine Badsanierung bindet Wochen, in denen dein Objekt nicht am Markt ist. Und das Geld dafür ist weg, unabhängig davon, ob der Käufer es honoriert.

Was dagegen fast immer wirkt

MaßnahmeAufwandWirkung auf den Preis
Wände weiß streichenniedrighoch, Räume wirken größer und heller
Entrümpeln und Keller leerenniedrig bis mittelhoch, Flächen werden erst sichtbar
Silikonfugen und Duschkopf erneuernniedrigmittel, nimmt den Eindruck von Vernachlässigung
Defekte Lampen, Steckdosen, Türgriffe tauschenniedrigmittel, jeder Defekt wird sonst zum Argument
Garten und Zuwegung in Ordnung bringenniedrigmittel bis hoch, entscheidet über den ersten Eindruck
Neue Einbauküchehochgering, Geschmacksrisiko beim Käufer
Badsanierung kurz vor dem Verkaufhochgering, wird selten voll bezahlt
Neuer Bodenbelag in allen Räumenmittel bis hochgering bis mittel, oft wieder herausgerissen

Einschätzung aus der Vermarktungspraxis. Die Wirkung hängt vom Objekt und der Käufergruppe ab, eine Garantie lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Ausnahmen, bei denen sich Arbeit lohnt

Drei Fälle drehen die Rechnung um. Erstens ein Mangel, der eine Finanzierung verhindert: Ist ein Dach undicht oder eine Elektrik erkennbar unsicher, springt die Bank des Käufers ab. Zweitens ein Schaden, der weiterläuft — Feuchtigkeit, die Substanz frisst, wird mit jedem Monat teurer. Drittens fehlende Papiere: Ein Energieausweis oder eine saubere Wohnflächenberechnung kostet wenig und verhindert Abschläge.

Alles andere ist Verhandlungsmasse. Bei rund 65 Prozent Wohngebäuden aus der Zeit vor 1970 erwarten Käufer in Bochum ohnehin keinen Neubauzustand — sie wollen wissen, was ansteht und was es kostet.

Die bessere Alternative zur Renovierung

Statt zu sanieren, beziffere. Hol zwei Angebote für die größten Posten ein und leg sie ins Exposé. Damit nimmst du dem Käufer die Unsicherheit, und Unsicherheit ist der teuerste Faktor in jeder Verhandlung. Wer nicht weiß, ob ein neues Dach 20.000 oder 60.000 Euro kostet, kalkuliert immer den schlechteren Wert.

Welche Maßnahmen tatsächlich Wert schaffen, steht unter wertsteigernde Maßnahmen. Wie du die Wohnung für Besichtigungen herrichtest, zeigt der Beitrag zum Home Staging.

Gut zu wissenWenn du doch etwas machen lässt, heb die Rechnungen auf. Sie sind später der Beleg dafür, dass ein Schaden fachgerecht behoben wurde — und damit ein Argument in der Verhandlung.

Häufige Fragen dazu

Soll ich die alte Küche drinlassen oder rausreißen?
Drinlassen. Eine funktionierende Küche ist für viele Käufer ein Startvorteil, selbst wenn sie nicht schön ist. Ein leerer Raum mit Anschlüssen an der Wand wirkt dagegen wie eine zusätzliche Baustelle. Wenn die Küche wirklich unbrauchbar ist, nimm sie mit und rechne das im Preis ein.
Lohnt sich ein neuer Anstrich wirklich?
Ja, das ist die zuverlässigste Maßnahme überhaupt. Frische weiße Wände lassen Räume größer wirken, nehmen Gerüche und zeigen dem Käufer, dass die Immobilie gepflegt wurde. Material und ein Wochenende Arbeit kosten wenig, und der Effekt ist auf jedem Foto sichtbar — nicht nur bei der Besichtigung.
Was ist mit der Heizung, wenn sie sehr alt ist?
Eine alte Heizung kurz vor dem Verkauf zu tauschen, lohnt sich finanziell meist nicht. Wichtiger ist Klarheit: Nenne Baujahr und Zustand, hol ein Angebot für den Austausch ein und leg es bei. Käufer kalkulieren dann mit deiner Zahl statt mit ihrer eigenen, meist höheren Schätzung.
Muss ich vor dem Verkauf modernisieren, wenn Sanierungspflichten bestehen?
Bestimmte Pflichten aus dem Gebäudeenergiegesetz können auf den Käufer übergehen, etwa bei Dämmung oberster Geschossdecken oder alten Heizkesseln. Kläre vor dem Verkauf, was konkret betroffen ist, und nenne es offen. Das ersetzt keine Rechtsberatung, verhindert aber Streit nach dem Kauf.

Kurz zusammengefasst

Große Renovierungen kurz vor dem Verkauf zahlen sich selten aus, weil Käufer nach eigenem Geschmack planen.

Wirkung haben kleine Arbeiten: streichen, entrümpeln, Fugen und Defekte erneuern, Garten und Eingang herrichten.

Sinnvoll wird eine größere Maßnahme nur, wenn sie eine Finanzierung rettet oder einen laufenden Schaden stoppt.

Statt zu sanieren, beziffere: Zwei Handwerkerangebote im Exposé nehmen dem Käufer die Unsicherheit. Was dein Objekt heute wert ist, zeigt die Immobilienbewertung in Bochum.

Willst du wissen, was sich bei dir lohnt?

Wir schauen uns dein Objekt an und sagen dir, welche Arbeit Geld bringt und welche nur Geld kostet.

Christian Gottschling, Immobilienmakler für Bochum, im dunkelblauen Sakko vor hellgrauem Hintergrund
Dein Ansprechpartner

Christian Gottschling

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Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum
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