Trennung und Eigenheim

Muss bei einer Scheidung das Haus verkauft werden?

Nein. Verkauft werden muss nur, wenn ihr euch nicht einigt und einer die Teilungsversteigerung betreibt. Bleibt einer im Haus, muss er den anderen auszahlen, und die Bank muss ihn allein aus dem Darlehen tragen. Genau daran scheitert es in der Praxis häufiger als am guten Willen.

Zwei Namen im Grundbuch, ein Darlehen, ein Kind, das in der Schule bleiben soll. Die Frage nach dem Haus kommt selten allein, und sie kommt früh.

Alle Wege im Detail, von der Auszahlung über die Vermietung bis zum gemeinsamen Verkauf, stehen auf der Seite Scheidung und Immobilie in Bochum. Hier bekommst du die kurze Antwort auf die Verkaufsfrage.

Die vier möglichen Wege

WegWas er voraussetztRisiko
Gemeinsam verkaufenbeide sind einverstandengering, saubere Trennung
Einer zahlt den anderen ausBank trägt ihn alleinFinanzierung scheitert oft
Gemeinsam vermietenbeide bleiben verbundenlaufender Abstimmungsbedarf
Teilungsversteigerungkeine Einigunghoch, meist geringerer Erlös

Grundlage: Aufhebung der Gemeinschaft, bei Immobilien über die Teilungsversteigerung nach dem Zwangsversteigerungsgesetz. Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Warum niemand zum Verkauf gezwungen ist

Gehört das Haus euch beiden, kann keiner allein verkaufen. Es gibt aber auch niemanden, der euch zwingt, gemeinsam Eigentümer zu bleiben. Wer die Gemeinschaft beenden will und sich nicht einigt, kann die Teilungsversteigerung beim Amtsgericht beantragen.

Das ist der Hebel, und deshalb entsteht der Eindruck, es müsse verkauft werden. Richtig ist: Es muss eine Lösung her. Der Verkauf ist nur eine davon, und der Zwangsweg ist der schlechteste.

Woran die Auszahlung meistens scheitert

Nicht am Willen, sondern an der Bank. Wer im Haus bleibt, muss das gesamte Darlehen allein tragen und zusätzlich die Auszahlung finanzieren. Die Bank rechnet dann mit einem Einkommen statt mit zweien, und dazu kommt oft Unterhalt.

Deshalb gehört an den Anfang ein Gespräch mit der Bank, nicht mit dem Anwalt. Wie die Auszahlung berechnet wird, steht unter Ex-Partner beim Haus auszahlen. Ob der Kredit überhaupt mitgeht, klärt Verkauf bei laufendem Kredit.

Was die Teilungsversteigerung wirklich bedeutet

Das Gericht lässt den Verkehrswert durch einen Sachverständigen ermitteln und versteigert die Immobilie. Der Erlös wird nach Anteilen verteilt. Der Haken: Bei einer Versteigerung erscheinen vor allem Profis, und die zahlen nicht den Preis eines Eigennutzers.

Dazu kommen Gerichts- und Gutachterkosten sowie eine Dauer von vielen Monaten. Details unter Teilungsversteigerung und Zwangsversteigerung vermeiden. Wie sich eine solche Lage abwenden lässt, klärt Zwangsversteigerung abwenden.

Der Punkt, der über Geld entscheidet

Egal welchen Weg ihr geht, alles hängt an einer Zahl: dem Verkehrswert. Ohne eine Bewertung, die beide akzeptieren, wird jede Verhandlung zur Machtprobe. Mit ihr sind die meisten Fälle in wenigen Gesprächen gelöst.

Denk auch an die Steuer. Wer die Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft und nicht selbst bewohnt hat, kann Spekulationssteuer schulden. Mehr unter wann Spekulationssteuer anfällt, zum Gesamtbild unter Scheidung und gemeinsames Haus und zum Wert unter Wert deines Hauses in Bochum.

Häufige Fragen zu Scheidung und Haus

Kann mein Partner mich zum Verkauf zwingen?
Direkt nicht. Er kann aber die Teilungsversteigerung beantragen, und das führt am Ende zur Verwertung der Immobilie. Genau deshalb ist dieser Antrag in Trennungen ein Druckmittel. Du kannst dem begegnen, indem du selbst eine Lösung anbietest, etwa eine Auszahlung oder einen freien Verkauf, der beiden mehr bringt als jede Versteigerung.
Was passiert mit dem gemeinsamen Darlehen?
Es läuft weiter, und beide haften gesamtschuldnerisch, unabhängig davon, wer auszieht. Die Bank entlässt einen Partner nur aus dem Vertrag, wenn der andere die Rate allein tragen kann. Eine mündliche Absprache zwischen euch ändert daran nichts. Ohne schriftliche Entlassung durch die Bank bleibst du im Risiko, auch Jahre nach der Scheidung.
Darf ich ausziehen, ohne Ansprüche zu verlieren?
Dein Eigentum verlierst du durch den Auszug nicht. Es können aber andere Fragen entstehen, etwa eine Nutzungsentschädigung für die Zeit, in der nur einer das gemeinsame Haus nutzt. Regelt das früh und schriftlich, am besten in einer Trennungsvereinbarung. Wer jahrelang nichts regelt, streitet später über Beträge, an die anfangs niemand gedacht hat.
Lohnt sich ein Verkauf erst nach der Scheidung?
Das hängt an Steuer und Finanzierung, nicht am Datum des Urteils. Wichtig sind die Zehnjahresfrist seit dem Kauf und die Frage der Eigennutzung, weil beides über eine mögliche Steuer auf den Gewinn entscheidet. Lass dir das vorher von einem Steuerberater durchrechnen. Ein paar Monate Timing können mehrere tausend Euro ausmachen.

Kurz zusammengefasst

Ein Verkauf ist nicht vorgeschrieben. Vorgeschrieben ist nur, dass ihr eine Lösung findet.

Die Auszahlung scheitert meist an der Bank, nicht am Willen der Beteiligten.

Die Teilungsversteigerung bringt in aller Regel weniger als ein freier Verkauf und dauert lange.

Alles hängt an einem Verkehrswert, den beide Seiten akzeptieren. Damit fängt jede Einigung an.

Was ist meine Immobilie wert?

Eine neutrale Einschätzung, die beide Seiten nachvollziehen können. Kostenlos und ohne Auftrag.

Christian Gottschling, Immobilienmakler für Bochum, im dunkelblauen Sakko vor hellgrauem Hintergrund
Dein Ansprechpartner

Christian Gottschling

In solchen Situationen hilft ein neutraler Blick von außen mehr als jede Diskussion am Küchentisch. Ruf an, auch wenn du noch nicht weißt, ob du verkaufen willst.

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