Lexikon

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag mit angehängtem Kreditversprechen: Erst zahlst du ein, danach darfst du zu einem heute schon festgelegten Zins leihen.

Zwei Verträge stecken in einem Bausparvertrag, und das erklärt fast alles daran. In der ersten Hälfte bist du Sparer und die Bausparkasse dein Schuldner. In der zweiten Hälfte drehen sich die Rollen um: Du bekommst ein Darlehen zu dem Zins, der bei Vertragsabschluss festgeschrieben wurde.

Dieser feste Zins ist der eigentliche Kern. Du kaufst dir heute das Recht, in vielen Jahren zu einer bestimmten Kondition zu leihen. Steigen die Zinsen bis dahin, hast du ein gutes Geschäft gemacht. Bleiben sie niedrig, hast du für eine Absicherung bezahlt, die du nicht gebraucht hast.

Was das für dich bedeutet

Willst du in absehbarer Zeit kaufen, ist ein Bausparvertrag selten das schnellste Werkzeug. Zugeteilt wird er erst, wenn ein Mindestguthaben angespart ist und eine Mindestlaufzeit erreicht wurde. Wer in zwölf Monaten ein Haus kaufen will, kommt mit einem klassischen Annuitätendarlehen weiter.

Stark ist der Vertrag in zwei anderen Situationen. Erstens als Zinssicherung für eine Anschlussfinanzierung, die in acht oder zehn Jahren ansteht — dann steht der Zins für die Ablösung schon fest. Zweitens als Sparform mit Förderung, wenn du Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage nutzen kannst und ohnehin Eigenkapital aufbaust.

Als Eigentümer ist ein zugeteilter Vertrag auch für Modernisierungen interessant. Bauspardarlehen dürfen für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, also auch für ein neues Dach, eine Heizung oder Fenster — und sie stehen im Grundbuch häufig im zweiten Rang, was viele Banken akzeptieren.

Beispiel: ein Bausparvertrag über 60.000 Euro

Die Bausparsumme ist die Rechengröße für alles Weitere: für die Abschlussgebühr, für das nötige Sparguthaben und für die Höhe des späteren Darlehens.

PositionBetrag
Bausparsumme60.000 €
Abschlussgebühr, einmalig (Annahme 1 % der Summe)600 €
Nötiges Sparguthaben bis zur Zuteilung (Annahme 40 %)24.000 €
Monatlicher Sparbeitrag200 €
Bauspardarlehen nach Zuteilung36.000 €

Beispielrechnung, gerundet. Bausparsumme, Gebührensatz, Mindestguthaben und Sparrate sind frei gewählte Annahmen und kein Angebot. Verbindlich sind allein die Allgemeinen Bausparbedingungen des jeweiligen Tarifs.

Bei 200 Euro im Monat dauert die Sparphase in diesem Beispiel etwa zehn Jahre. Danach stehen 36.000 Euro Darlehen bereit — allerdings mit kurzer Laufzeit und entsprechend hoher Monatsrate, denn Bauspardarlehen werden schneller getilgt als normale Immobiliendarlehen.

Worauf du achten solltest

Vergleiche nicht den Nominalzins, sondern die Gesamtkosten. Abschlussgebühr, Kontogebühren und die niedrige Verzinsung des Guthabens gehören auf die Kostenseite. Ein Vertrag mit sehr günstigem Darlehenszins kann durch Gebühren und magere Guthabenzinsen teurer sein als er aussieht.

Der zweite Punkt ist die Zuteilung. Sie hat keinen festen Termin. Die Kasse teilt zu, wenn Mindestguthaben, Mindestlaufzeit und eine interne Bewertungszahl erreicht sind. Für eine Finanzierung mit festem Notartermin ist dieser Zeitpunkt zu unsicher — kalkuliere ihn nie fest ein.

Drittens: Ein alter, hoch verzinster Vertrag ist bares Geld wert. Kündigungsversuche der Kasse solltest du prüfen lassen, bevor du zustimmst. Und wenn Förderungen im Spiel sind, hängen sie an Einkommensgrenzen und an einer Bindungsfrist — die Details klärst du besser mit deiner Bank oder einem unabhängigen Berater als am Küchentisch.

Verwandte Begriffe

  • Anschlussfinanzierung — der Fall, für den sich ein Bausparvertrag oft lohnt.
  • Effektivzins — die Kennzahl, mit der du Angebote wirklich vergleichst.
  • Tilgung — wie schnell die Schuld sinkt.
  • Grundschuld — die Sicherheit, die auch ein Bauspardarlehen braucht.
  • Vollfinanzierung — der Weg ohne Eigenkapital, mit anderen Risiken.

Weitere Fachbegriffe erklärt das Immobilien-Lexikon von A bis Z.

Ob Bausparen für dich rechnet, entscheidet sich am Kaufzeitpunkt und an der Höhe des Eigenkapitals. Was beim Kauf sonst noch auf dich zukommt, fasst die Seite zum Immobilienkauf zusammen.

Kurz zusammengefasst

Beim Bausparen kaufst du dir heute einen Zins für später — als Werkzeug für einen Kauf in den nächsten Monaten taugt der Vertrag deshalb kaum. Der Vergleich geht meist am Nominalzins schief: Abschlussgebühr, Kontogebühren und die magere Verzinsung des Guthabens gehören auf die Kostenseite, und einen festen Zuteilungstermin gibt es nicht. Am stärksten ist der Vertrag als Zinssicherung für eine Anschlussfinanzierung in acht bis zehn Jahren; was beim Kauf sonst auf dich zukommt, fasst die Seite Immobilie kaufen in Bochum zusammen.

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