Bonität
Bonität beschreibt, ob jemand seine Miete dauerhaft zahlen kann und ob er das bisher zuverlässig getan hat.
Zwanzig Bewerbungen auf eine Wohnung, und fast alle wirken sympathisch. Sympathie zahlt aber keine Miete. Die Bonität ist der nüchterne Teil der Auswahl, und sie entscheidet darüber, ob du in zwei Jahren ruhig schläfst.
Was das für dich bedeutet
Mietausfall ist das teuerste Risiko der Vermietung. Zahlt ein Mieter nicht, dauert der Weg über Mahnung, Kündigung, Räumungsklage und Zwangsräumung schnell zwölf Monate. In dieser Zeit läuft deine Finanzierung weiter, und die Kosten des Verfahrens bekommst du selten zurück.
Als Faustregel gilt: Die Warmmiete sollte höchstens rund ein Drittel des Nettohaushaltseinkommens ausmachen. Das ist keine Rechtsregel, sondern Erfahrung. Wer die Hälfte seines Einkommens fürs Wohnen aufbringt, gerät bei jeder Autoreparatur ins Wanken.
Umgekehrt ist eine gute Bonität kein Freibrief für Nachlässigkeit im Vertrag. Und eine schwächere Bonität ist kein Ausschluss: Eine Bürgschaft der Eltern oder ein unbefristeter Arbeitsvertrag nach der Probezeit gleichen viel aus.
Bei Studierenden, Selbstständigen und Rentnern hilft die Drittelregel wenig. Bei Studierenden zählt die Bürgschaft der Eltern, bei Selbstständigen die Steuerbescheide der letzten zwei Jahre, bei Rentnern der Rentenbescheid. Wer starr auf Gehaltsabrechnungen besteht, schließt sonst gute Mieter aus.
Beispiel: eine Prüfung in Zahlen
Eine Wohnung kostet 750 Euro netto kalt plus 200 Euro Nebenkosten. Ein Bewerber verdient 2.900 Euro netto im Monat.
| Position | Betrag | Bewertung |
|---|---|---|
| Warmmiete | 950 € | — |
| Nettoeinkommen | 2.900 € | — |
| Mietbelastung | 33 % | im üblichen Rahmen |
| Nachweise | 3 Gehaltsabrechnungen | vollständig |
| Bonitätsauskunft | ohne Negativmerkmal | unauffällig |
Beispielrechnung mit frei gewählten Zahlen. Die Drittelregel ist eine Erfahrungsgröße, keine gesetzliche Vorgabe. Stand: 09/2026.
Zu den üblichen Unterlagen gehören außerdem eine ausgefüllte Selbstauskunft, ein Ausweisdokument und eine Bescheinigung des Vorvermieters über Mietschuldenfreiheit.
Worauf du achten solltest
Frag nur, was du fragen darfst. Zulässig sind Fragen zu Einkommen, Beruf, Zahl der einziehenden Personen und laufenden Mietschulden. Unzulässig sind Fragen nach Schwangerschaft, Kinderwunsch, Religion, Herkunft, Parteizugehörigkeit oder Vorstrafen. Falsche Fragen bringen dir keinen Vorteil und können ein Verfahren nach dem Gleichbehandlungsgesetz auslösen.
Hol Unterlagen erst dann ein, wenn du einen Bewerber ernsthaft in die engere Wahl nimmst. Gehaltsabrechnungen von zwanzig Interessenten zu sammeln, ist datenschutzrechtlich heikel. Absagen bedeutet auch: Unterlagen vernichten. Eine Kopie des Ausweises darfst du dir zeigen lassen, dauerhaft aufbewahren solltest du sie nicht.
Sieh dir Nachweise genau an. Gefälschte Abrechnungen und erfundene Arbeitgeber kommen häufiger vor, als viele denken. Ein kurzer Blick auf die Rechenlogik der Abrechnung und ein Anruf beim angegebenen Arbeitgeber, für den der Bewerber sein Einverständnis gibt, klären das meiste.
Verlass dich nicht allein auf die Auskunft einer Wirtschaftsauskunftei. Sie zeigt Zahlungsstörungen aus der Vergangenheit, aber keine frisch gekündigte Stelle. Das Gesamtbild aus Einkommen, Vertragsart und Auskunft trägt weiter als eine einzelne Zahl.
Und lass dich nicht drängen. Ein Bewerber, der auf sofortiger Zusage besteht, Unterlagen nur teilweise liefert und die Kaution in bar anbietet, ist ein Warnsignal. Ein Leerstandsmonat kostet dich eine Monatsmiete, ein falscher Mieter kostet ein Jahr.
Verwandte Begriffe
- Bonitätsprüfung beim Mieter — der Ablauf Schritt für Schritt.
- Mieterselbstauskunft — welche Fragen darin stehen dürfen.
- SCHUFA-Auskunft — was sie zeigt und was nicht.
- Bürgschaft — die Sicherheit, wenn das Einkommen knapp ist.
- Mietnomaden — das Risiko, das eine gute Prüfung klein hält.
Alle übrigen Begriffe stehen alphabetisch im Lexikon der Immobilienbegriffe.
Die halbe Stunde, die du in eine saubere Prüfung steckst, ist die günstigste Versicherung gegen ein Jahr Ärger. Wie eine Auswahl mit geprüften Unterlagen abläuft, liest du auf der Seite Immobilie vermieten in Bochum.
Kurz zusammengefasst
Bei der Bonität geht es nicht um Sympathie, sondern um die Frage, ob die Warmmiete dauerhaft zum Einkommen passt — als Faustzahl höchstens ein Drittel netto. Ein einziger Fehlgriff kostet dich schnell ein Jahr: Mahnung, Kündigung, Räumungsklage und Zwangsräumung dauern, und die Miete fehlt die ganze Zeit. Prüfe Nachweise genau und lass dich nicht drängen; wie eine Auswahl mit geprüften Unterlagen abläuft, liest du auf der Seite Immobilie vermieten in Bochum.
Steckst du gerade mitten drin?
Begriffe nachschlagen ist das eine. Wenn es konkret wird, hilft ein Gespräch mehr als jede Definition. Zehn Minuten am Telefon klären meist mehr als eine Stunde Lesen.
Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Christian Gottschling
Ein kurzes Gespräch bringt dich meist weiter als eine Stunde Lesen. Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum