Schufa-Auskunft
Eine Schufa-Auskunft ist ein Zeugnis über deine Zahlungsgewohnheiten und zeigt, ob du Rechnungen und Kredite bisher pünktlich bedient hast.
Zwei Bewerber, gleiches Einkommen, gleicher Eindruck im Gespräch. Einer legt eine aktuelle Auskunft ohne Negativeinträge dazu, der andere sagt, er reiche sie nach. Bei einer stark nachgefragten Wohnung entscheidet dieser Unterschied. Für Mieter ist die Schufa-Auskunft deshalb weniger eine Hürde als ein Werkzeug.
Für Vermieter ist sie ein Baustein, aber nicht der wichtigste. Ein Score sagt nichts darüber, ob jemand die Miete auch in zwei Jahren noch tragen kann. Das sagen Einkommensnachweise.
Was das für dich bedeutet
Es gibt zwei Papiere, und sie werden ständig verwechselt. Die Datenkopie nach der Datenschutz-Grundverordnung ist kostenlos und enthält alles, was gespeichert ist — inklusive Kontoverbindungen und Vertragsdaten, die einen Vermieter nichts angehen. Die kostenpflichtige BonitätsAuskunft ist genau für die Wohnungssuche gemacht und zeigt nur, ob Negativmerkmale vorliegen. Dazu gehört ein separates Blatt, das zum Weitergeben gedacht ist.
Der Score selbst ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Urteil über einen Menschen. Er wird aus Vertragsdaten berechnet und schwankt auch dann, wenn du nie eine Rechnung zu spät bezahlt hast — etwa nach einem Umzug oder einem Kontowechsel. Deshalb schaust du als Vermieter zuerst auf die harten Negativmerkmale und erst danach auf die Prozentzahl.
Als Vermieter fragst du nicht schon bei der ersten Besichtigung nach. Zulässig ist die Abfrage, wenn ein konkretes Interesse an genau diesem Bewerber besteht. Die Unterlagen aller anderen löschst du danach.
Beispiel: was Vermieter von einem Mieter verlangen dürfen
Eine Wohnung für 780 Euro warm. Üblich und zulässig ist ein Nachweis über die letzten drei Gehaltsabrechnungen, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters und eine BonitätsAuskunft. Nicht zulässig ist die Frage nach Familienplanung, Religion oder Mitgliedschaft in einer Partei.
| Dokument | Kosten | Wofür gedacht |
|---|---|---|
| Datenkopie nach Art. 15 DSGVO | kostenlos | eigene Kontrolle, Korrektur falscher Einträge |
| BonitätsAuskunft | kostenpflichtig | Vorlage beim Vermieter, ohne überflüssige Daten |
| Mieterselbstauskunft | kostenlos | Angaben zu Haushalt, Einkommen, bisheriger Miete |
Quelle: Art. 15 Datenschutz-Grundverordnung sowie die Produktbeschreibungen der Schufa Holding AG.
Worauf du achten solltest
- Prüfe deine Datenkopie einmal im Jahr. Falsche oder erledigte Einträge kommen häufiger vor, als viele denken, und lassen sich korrigieren.
- Erledigte Forderungen werden nach Ablauf der Speicherfrist gelöscht, bei bezahlten Forderungen sind es in der Regel drei Jahre nach Erledigung.
- Viele Kreditanfragen in kurzer Zeit drücken den Score. Frag bei Banken nach einer Konditionenanfrage statt einer Kreditanfrage.
- Als Vermieter reicht dir das Blatt der BonitätsAuskunft. Verlange nie die vollständige Datenkopie — das ist datenschutzrechtlich heikel.
- Ein guter Score ersetzt keine Bürgschaft, wenn das Einkommen für die Miete zu knapp ist. Als Faustregel sollte die Warmmiete ein Drittel des Nettoeinkommens nicht überschreiten.
- Hol die Auskunft nicht zu früh. Ein Papier, das mehrere Monate alt ist, wirkt bei einer begehrten Wohnung nachlässig — drei Monate sind eine übliche Obergrenze.
- Bei einer Wohngemeinschaft oder zwei Hauptmietern brauchst du die Auskunft von jeder Person, die im Vertrag steht. Das gilt auch für den Partner, der später einzieht.
Verwandte Begriffe
- Bonität — der Oberbegriff für die Zahlungsfähigkeit eines Bewerbers.
- Bürgschaft — die Absicherung, wenn das Einkommen allein nicht trägt.
- Zahlungsverzug — ab wann eine offene Miete zur Kündigung führt.
- Vermieterpfandrecht — die Sicherheit, die dir das Gesetz ohnehin gibt.
- Mietvertrag — wo die Ergebnisse der Prüfung am Ende landen.
Den Fall mit allen Schritten findest du im Ratgeber Bonitätsprüfung des Mieters. Alle übrigen Begriffe stehen alphabetisch im Lexikon der Immobilienbegriffe.
Die Auswahl des Mieters ist die eine Entscheidung im Vermietungsprozess, die sich später kaum korrigieren lässt. Wie Bewerber vorgeprüft, Unterlagen vollständig eingeholt und Absagen datenschutzkonform abgewickelt werden, steht auf der Seite Immobilie vermieten.
Kurz zusammengefasst
Die Schufa-Auskunft zeigt, ob jemand seine Rechnungen bisher bedient hat — mehr nicht, denn ob die Miete auch in zwei Jahren noch trägt, sagen Einkommensnachweise. Verwechselt werden ständig die beiden Papiere: Die kostenlose Datenkopie enthält Konten und Verträge, die einen Vermieter nichts angehen, für die Bewerbung gedacht ist allein die BonitätsAuskunft. Als Vermieter fragst du erst bei ernsthaftem Interesse an einem Bewerber und löschst die Unterlagen aller anderen.
Steckst du gerade mitten drin?
Begriffe nachschlagen ist das eine. Wenn es konkret wird, hilft ein Gespräch mehr als jede Definition. Zehn Minuten am Telefon klären meist mehr als eine Stunde Lesen.
Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Christian Gottschling
Ein kurzes Gespräch bringt dich meist weiter als eine Stunde Lesen. Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum