Mietaufhebungsvertrag
Mieter und Vermieter können gemeinsam vereinbaren, dass das Mietverhältnis an einem bestimmten Tag endet — ohne Kündigung und ohne gesetzliche Frist; dieses Papier ist der Mietaufhebungsvertrag.
Was das für dich bedeutet
Kündigen darf nicht jeder jederzeit. Der Mieter ist an eine Frist von drei Monaten gebunden, der Vermieter braucht sogar einen gesetzlichen Grund und je nach Mietdauer noch längere Fristen. Der Aufhebungsvertrag hebelt beides aus, weil sich beide Seiten einig sind. Was zwei Vertragspartner gemeinsam geschlossen haben, dürfen sie gemeinsam auch wieder auflösen.
Typische Anlässe: Der Mieter hat kurzfristig eine neue Stelle in einer anderen Stadt. Der Vermieter will die Wohnung leer verkaufen und bietet dafür einen Ausgleich an. Eine Familie wird zu groß für die Wohnung und findet schneller etwas Passendes, als die Kündigungsfrist erlaubt. In all diesen Fällen ist die Einigung schneller und günstiger als jeder Streit.
Geld darf dabei ausdrücklich fließen. Zahlt der Vermieter eine Abfindung für den vorzeitigen Auszug, ist das erlaubt und in der Praxis üblich, wenn er die Wohnung frei benötigt. Umgekehrt kann auch der Mieter etwas beisteuern, etwa indem er auf Teile der Kaution verzichtet oder Renovierungen übernimmt.
Eine Form schreibt das Gesetz für die Aufhebung nicht zwingend vor. Trotzdem gehört sie auf Papier, von beiden Seiten unterschrieben. Eine mündliche Absprache am Küchentisch klingt gut, bis vier Wochen später jemand eine andere Erinnerung hat. Mit einem unterschriebenen Blatt weiß jeder, was gilt — und der Nachmieter kann sicher planen.
Beispiel: was in den Aufhebungsvertrag gehört
Ein Aufhebungsvertrag ist kurz, aber er muss vollständig sein. Alles, was nicht geregelt ist, wird später diskutiert:
| Punkt | Warum er hineingehört |
|---|---|
| Datum der Beendigung | bestimmt, bis wann Miete gezahlt wird |
| Rückgabe der Wohnung und Schlüssel | legt Übergabetermin und Zustand fest |
| Schönheitsreparaturen | klärt, wer streicht — oder dass niemand streicht |
| Kaution | Höhe, Abrechnung und Auszahlungsfrist |
| Betriebskosten | wann die letzte Abrechnung kommt |
| Abfindung | Betrag, Fälligkeit, Bedingung |
| Erledigungsklausel | beide Seiten haben keine weiteren Forderungen |
Quelle: eigene Darstellung nach der Vertragspraxis zu §§ 535 ff. BGB. Ersetzt keine Rechtsberatung.
Ein Beispiel mit Zahlen: Die Wohnung soll leer verkauft werden, der Mieter zieht vier Monate früher aus als nötig. Der Vermieter zahlt 3.000 Euro Abfindung und verzichtet auf Schönheitsreparaturen. Für ihn rechnet sich das, weil eine leere Wohnung deutlich mehr bringt als eine vermietete.
Worauf du achten solltest
Mit der Unterschrift ist der Kündigungsschutz weg. Für den Mieter fällt damit auch die Sozialklausel aus, mit der er sich sonst gegen eine Härte wehren könnte. Wer noch keine neue Wohnung hat, sollte nicht unterschreiben, sondern erst suchen. Ebenso heikel: Bezieht ein Haushalt Leistungen vom Jobcenter, kann eine selbst herbeigeführte Beendigung Probleme bei der Übernahme der Umzugs- und Mietkosten machen. Vorher nachfragen ist Pflicht.
Für den Vermieter gilt: Der Vertrag muss so eindeutig sein, dass niemand später über den Auszugstag streitet. Und wenn mehrere Personen im Mietvertrag stehen, müssen alle unterschreiben — sonst läuft das Mietverhältnis mit dem Rest einfach weiter. Bei größeren Abfindungen oder wenn eine Seite unter Druck steht, lohnt sich vor der Unterschrift der Blick eines Anwalts.
Ein häufiger Fehler ist die Reihenfolge. Erst wird der Aufhebungsvertrag unterschrieben, dann stellt sich heraus, dass der Käufer doch nicht finanziert bekommt oder die neue Wohnung erst zwei Monate später frei wird. Sinnvoller ist es, die Beendigung an eine Bedingung zu knüpfen — etwa daran, dass der Kaufvertrag beurkundet ist. Dann fällt die Vereinbarung weg, wenn das Geschäft platzt.
Verwandte Begriffe
- Ordentliche Kündigung — der normale Weg mit Frist und Grund.
- Kündigungsfrist im Mietvertrag — was ohne Einigung gelten würde.
- Sozialklausel — der Härteeinwand, auf den hier verzichtet wird.
- Übergabeprotokoll — hält den Zustand bei der Rückgabe fest.
- Ablösevereinbarung — wenn Einbauten gegen Geld übernommen werden.
Wie das in der Praxis abläuft, erklärt der Ratgeber Mietaufhebungsvertrag mit Abfindung. Weitere Fachbegriffe erklärt das Immobilien-Lexikon von A bis Z.
Ob sich eine Abfindung für dich rechnet, hängt davon ab, wie viel mehr die leere Wohnung bringt. Diese Rechnung gehört an den Anfang, nicht ans Ende — mehr dazu auf der Seite Mietverwaltung.
Kurz zusammengefasst
Mit einem Aufhebungsvertrag endet das Mietverhältnis an einem frei vereinbarten Tag, ohne Kündigung, ohne Frist, ohne Grund — und ohne Kündigungsschutz für den Mieter. Der häufigste Fehler ist die Reihenfolge: Wer unterschreibt, bevor die Finanzierung des Käufers steht oder die neue Wohnung wirklich frei ist, hat ein Datum, das niemand mehr verschieben kann. Regel darin Auszugstag, Kaution, Renovierung, Schlüssel und eine mögliche Abfindung vollständig; ob sich die Zahlung rechnet, klärst du am Anfang, wie es die Seite zur Mietverwaltung in Bochum zeigt.
Steckst du gerade mitten drin?
Begriffe nachschlagen ist das eine. Wenn es konkret wird, hilft ein Gespräch mehr als jede Definition. Zehn Minuten am Telefon klären meist mehr als eine Stunde Lesen.
Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Christian Gottschling
Ein kurzes Gespräch bringt dich meist weiter als eine Stunde Lesen. Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum