Ölheizung
Eine vorhandene Ölheizung darfst du weiter betreiben und reparieren — neu einbauen darfst du eine reine Ölheizung nur noch unter engen Bedingungen.
Was das für dich bedeutet
Die Panik der letzten Jahre war größer als die Rechtslage. Niemand muss eine funktionierende Ölheizung herausreißen. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt, dass jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie läuft. Für bestehende Anlagen gilt das nicht.
Wichtig sind drei Fälle. Erstens: Die Anlage läuft. Dann bleibt alles, wie es ist. Zweitens: Sie geht kaputt und lässt sich reparieren. Auch dann darfst du reparieren, ohne dass die 65-Prozent-Regel greift. Drittens: Sie ist irreparabel defekt. Dann gilt eine Übergangsfrist von mehreren Jahren, in der du eine Ersatzlösung planen und einbauen kannst.
Getrennt davon steht die Nachrüstpflicht: Ein Konstanttemperaturkessel, der älter als dreißig Jahre ist, muss ausgetauscht werden. Ob dein Kessel darunterfällt, sagt dir der Bezirksschornsteinfeger bei der nächsten Feuerstättenschau.
Was die Wärmeplanung damit zu tun hat
Wann die 65-Prozent-Regel im Bestand für dich verbindlich wird, hängt an der kommunalen Wärmeplanung. Erst wenn die Stadt ihr Gebiet eingeteilt hat und feststeht, ob dein Haus in einem geplanten Wärmenetzgebiet liegt, greift die Pflicht bei einem Heizungstausch voll. Diese Planung ist der wichtigste Termin, den du im Blick behalten solltest — sie entscheidet darüber, ob eine Wärmepumpe, ein Anschluss ans Netz oder eine Hybridlösung für dein Haus überhaupt sinnvoll ist.
Ein Beispiel: die Förderung beim Tausch
Ein Einfamilienhaus soll die alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Der Bund fördert den Tausch mit einem Zuschuss, der sich aus mehreren Bausteinen zusammensetzt.
| Baustein | Zuschuss | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für alle Antragsteller |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | Austausch einer alten fossilen Heizung, Selbstnutzer |
| Einkommensbonus | 30 % | Selbstnutzer bis zu einem festgelegten Haushaltseinkommen |
| Höchstsatz insgesamt | 70 % | Deckel über alle Boni |
Quelle: Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM), KfW-Zuschuss Heizungsförderung; förderfähige Kosten für ein Einfamilienhaus gedeckelt auf 30.000 Euro. Stand: September 2026. Prüfe die aktuellen Konditionen vor der Antragstellung.
Bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten und 50 Prozent Zuschuss bleiben 15.000 Euro bei dir. Beantragt wird vor der Beauftragung, über einen eingetragenen Fachbetrieb oder Energieberater. Wer zuerst bestellt und dann beantragt, bekommt nichts.
Worauf du achten solltest
Beim Verkauf ist die Ölheizung ein Preisthema, nicht ein Verbotsthema. Käufer rechnen den Austausch ein, und zwar meist mit einem höheren Betrag, als er tatsächlich kostet. Zwei konkrete Angebote und ein Hinweis auf die Förderung nehmen dieser Verhandlung die Schärfe.
Denk an den Tank. Ein alter, nicht doppelwandiger Erdtank kann eine eigene Baustelle sein — Stilllegung, Reinigung und Ausbau kosten Geld und gehören in die Kalkulation. Und wenn noch Öl im Tank ist, gehört in den Kaufvertrag eine Regelung, wer den Restbestand bezahlt.
Verlass dich bei Fristen und Förderhöhen nicht auf Zeitungsartikel. Sowohl das Gesetz als auch die Förderrichtlinien werden regelmäßig angepasst. Ein Energieberater prüft deinen konkreten Fall, bevor du einen Vertrag unterschreibst.
Wenn du vermietest, kommt ein weiterer Punkt dazu: Seit der CO2-Kostenaufteilung trägst du als Vermieter einen Teil des CO2-Preises für den Brennstoff mit. Wie groß dieser Teil ist, hängt am Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter — je schlechter gedämmt das Haus, desto höher dein Anteil. Bei einem alten Ölkessel in einem ungedämmten Haus zahlst du also doppelt: über den Preisabschlag beim Verkauf und über die laufende Abrechnung.
Verwandte Begriffe
Die Rechtsgrundlage ist das GEG, die dazugehörigen Pflichten stehen bei der Nachrüstpflicht. Wann welche Regel greift, entscheidet die Wärmeplanung deiner Stadt. Zuschüsse gibt es über die Heizungsförderung, und im Verkaufsprospekt landet das Ergebnis als Energieeffizienzklasse.
Ausführlicher geht es im Ratgeber Haus mit Ölheizung verkaufen weiter. Einen anderen Begriff findest du im Immobilien-Lexikon für Bochum.
Ob du vor dem Verkauf noch tauschst oder den Abschlag lieber in Kauf nimmst, ist eine reine Rechenfrage — und sie fällt oft anders aus, als du denkst. Wir rechnen sie mit dir durch, bevor du dich entscheidest: mehr unter Immobilie verkaufen in Bochum.
Kurz zusammengefasst
Eine laufende Ölheizung darfst du behalten und reparieren; die 65-Prozent-Regel greift erst, wenn du eine neue Heizung einbaust. Der Punkt, der wirklich Fristen setzt, ist ein anderer: Ein Konstanttemperaturkessel über dreißig Jahre muss raus, und beim Kauf hast du dafür nur zwei Jahre. Wann die 65-Prozent-Regel für dein Haus verbindlich wird, hängt an der kommunalen Wärmeplanung — die gehört auf deinen Kalender.
Steckst du gerade mitten drin?
Begriffe nachschlagen ist das eine. Wenn es konkret wird, hilft ein Gespräch mehr als jede Definition. Zehn Minuten am Telefon klären meist mehr als eine Stunde Lesen.
Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Christian Gottschling
Ein kurzes Gespräch bringt dich meist weiter als eine Stunde Lesen. Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum