Nach der Beurkundung

Wann bekomme ich mein Geld nach dem Notartermin?

Zwischen Notartermin und Geldeingang liegen üblicherweise vier bis acht Wochen. Der Notar lässt zuerst die Auflassungsvormerkung eintragen und holt die Löschungsunterlagen der Banken ein. Erst wenn alle Voraussetzungen vorliegen, verschickt er die Fälligkeitsmitteilung an den Käufer — ab dann läuft dessen Zahlungsfrist.

Unterschrieben ist unterschrieben — nur auf dem Konto ist noch nichts. Diese Wartezeit ist kein Fehler, sondern eingebaute Sicherheit für beide Seiten. Wie du die Zahlung absicherst, steht im Ratgeber zur Kaufpreiszahlung.

Was zwischen Beurkundung und Zahlung passiert

  1. Auflassungsvormerkung

    Der Notar veranlasst die Eintragung im Grundbuch. Sie sichert dem Käufer seinen Anspruch, damit du die Immobilie nicht noch einmal verkaufen kannst.

  2. Löschungsunterlagen einholen

    Ist auf deiner Immobilie noch eine Grundschuld eingetragen, braucht der Notar die Löschungsbewilligung deiner Bank. Das dauert häufig am längsten.

  3. Vorkaufsrechte und Genehmigungen

    Der Notar fragt beim Vorkaufsrecht der Gemeinde an und holt, falls nötig, die Zustimmung der Hausverwaltung ein.

  4. Fälligkeitsmitteilung

    Liegt alles vor, teilt der Notar dem Käufer mit, dass gezahlt werden kann. Ab dann läuft die im Vertrag vereinbarte Frist, meist zehn bis vierzehn Tage.

  5. Zahlung und Übergabe

    Das Geld geht direkt an dich und an deine Bank zur Ablösung. Danach folgt die Übergabe mit Protokoll und Zählerständen.

Woran es hängen bleibt

SchrittTypische DauerWas ihn verzögert
Eintragung der Auflassungsvormerkung2 bis 6 WochenAuslastung des Grundbuchamts
Löschungsbewilligung der Bank2 bis 6 Wochenfehlende Unterlagen, Rückfragen zur Ablösung
Vorkaufsrechtsanfrage der Gemeinde2 bis 6 WochenBearbeitungszeit der Stadt
Zustimmung der Hausverwaltung1 bis 3 WochenUrlaub, Beglaubigungstermin
Zahlungsfrist nach Fälligkeitsmitteilung10 bis 14 TageAuszahlung durch die Bank des Käufers

Erfahrungswerte aus der Praxis, keine zugesicherten Bearbeitungszeiten. Die Fristen im Einzelfall ergeben sich aus dem Kaufvertrag.

Was du selbst beschleunigen kannst

Der größte Hebel liegt bei deiner Bank. Beantrage die Löschungsbewilligung, sobald der Notartermin steht, nicht erst danach. Kläre zugleich die Vorfälligkeitsentschädigung, falls dein Darlehen noch in der Zinsbindung läuft — die Höhe solltest du vor dem Verkauf kennen, nicht danach.

Bei einer Eigentumswohnung kommt die Zustimmung der Verwaltung dazu, wenn die Teilungserklärung sie vorsieht. Auch die dauert. Wie der Termin selbst abläuft, steht unter Notartermin: Ablauf.

Warum kein Vorschuss sinnvoll ist

Manche Käufer bieten an, vorab einen Teil zu zahlen. Davon hast du wenig und ein Risiko: Ohne eingetragene Vormerkung und ohne gesicherte Löschung fehlt die Absicherung, die genau diese Wartezeit erzeugt. Übergib die Schlüssel erst, wenn der volle Kaufpreis eingegangen ist — nicht bei Zahlungszusage.

Die Begriffe dahinter erklärt das Lexikon zur Auflassungsvormerkung und zur Fälligkeitsmitteilung. Den Gesamtablauf findest du unter Immobilie verkaufen in Bochum.

Häufige Fragen dazu

Was ist, wenn der Käufer nicht zahlt?
Dann setzt der Notar nach Ablauf der Frist eine Mahnung und eine Nachfrist. Der Kaufvertrag enthält in der Regel eine Vollstreckungsunterwerfung, aus der du unmittelbar vorgehen kannst. Zahlt der Käufer weiterhin nicht, kommt ein Rücktritt in Betracht. Die Vormerkung wird dann gelöscht. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.
Brauche ich ein Notaranderkonto?
In der Regel nicht. Der Normalfall ist die Direktzahlung an dich und deine Bank, abgesichert über Vormerkung und Fälligkeitsmitteilung. Ein Anderkonto lohnt sich nur in Sonderfällen, etwa bei komplizierter Lastenfreistellung oder mehreren Beteiligten, und verursacht zusätzliche Kosten beim Notar, die jemand tragen muss.
Wann darf ich die Schlüssel übergeben?
Erst nach vollständigem Zahlungseingang. Alles andere ist ein unnötiges Risiko, auch wenn der Käufer sympathisch wirkt und die Bank bereits zugesagt hat. Vereinbare die Übergabe zeitlich nach der Zahlung und halte Zustand, Zählerstände und übergebene Schlüssel in einem gemeinsamen Protokoll fest, das beide Seiten unterschreiben.
Wann geht das Eigentum offiziell über?
Mit der Eintragung des Käufers im Grundbuch, und die erfolgt erst nach der Zahlung und nach Vorlage der Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts. Bis dahin bist du formal noch Eigentümer, obwohl Nutzen, Lasten und Gefahr bereits mit der Übergabe auf den Käufer übergegangen sind.

Kurz zusammengefasst

Zwischen Beurkundung und Geldeingang liegen üblicherweise vier bis acht Wochen.

In dieser Zeit lässt der Notar die Auflassungsvormerkung eintragen, holt Löschungsunterlagen ein und klärt Vorkaufsrechte und Zustimmungen.

Erst danach verschickt er die Fälligkeitsmitteilung, ab der die Zahlungsfrist des Käufers läuft — meist zehn bis vierzehn Tage.

Beschleunigen kannst du vor allem über deine Bank. Schlüssel übergibst du erst nach vollständigem Zahlungseingang. Was dein Objekt bringt, klärt vorab die Immobilienbewertung in Bochum.

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Wir kümmern uns um Unterlagen, Notar und Fristen, damit zwischen Termin und Geld nichts liegen bleibt.

Christian Gottschling hält einen Wohnungsschlüssel in der Hand, im Hintergrund eine Wand mit Objektunterlagen
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