Welche Maklerverträge gibt es und welchen soll ich unterschreiben?
Es gibt drei Formen: den einfachen Auftrag, bei dem du und weitere Makler verkaufen dürfen, den Alleinauftrag mit nur einem Makler und erlaubtem Eigenverkauf, und den qualifizierten Alleinauftrag, bei dem du alle Interessenten weiterleitest. Als Verbraucher hast du in der Regel vierzehn Tage Widerrufsrecht.
Das Papier liegt auf dem Tisch, zwei Seiten, klein gedruckt. Die entscheidende Information steht meist in der Überschrift. Eine ausführliche Erklärung mit allen Klauseln findest du im Ratgeber zu den Arten des Maklervertrags — hier steht die schnelle Entscheidungshilfe.
Die drei Formen nebeneinander
| Vertragsform | Weitere Makler | Eigenverkauf | Pflichten des Maklers |
|---|---|---|---|
| Einfacher Auftrag | erlaubt | erlaubt, ohne Provision | gering, er muss nicht tätig werden |
| Alleinauftrag | nicht erlaubt | erlaubt, ohne Provision | er muss aktiv vermarkten |
| Qualifizierter Alleinauftrag | nicht erlaubt | nur über den Makler | er muss aktiv vermarkten und berichten |
Übersicht der üblichen Vertragsformen. Maßgeblich ist immer der Wortlaut deines Vertrags. Eine rechtliche Prüfung ersetzt diese Seite nicht.
Welche Form wann passt
Der einfache Auftrag klingt unverbindlich und ist es auch — für beide Seiten. Wer keine Sicherheit hat, investiert wenig. Für dich bedeutet das im Zweifel: ein Inserat, sonst nichts.
Der Alleinauftrag ist der Normalfall beim Verkauf einer selbstgenutzten Immobilie. Der Makler weiß, dass seine Arbeit nicht umsonst ist, und du behältst das Recht, selbst an Nachbarn oder Verwandte zu verkaufen. Was dahintersteckt, erklärt das Lexikon zum Makleralleinauftrag.
Der qualifizierte Alleinauftrag ist die strengste Form. Er lohnt sich, wenn du wirklich alles abgeben willst — dann darfst du aber auch verlangen, dass regelmäßig berichtet wird.
Was in jedem Vertrag stehen muss
Prüfe vor der Unterschrift fünf Punkte: Höhe der Provision und wer sie zahlt, Laufzeit mit klarem Enddatum, Regelung zur Verlängerung, Leistungen des Maklers und die Widerrufsbelehrung. Fehlt eines davon, frag nach, bevor du unterschreibst.
Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern gilt zusätzlich: Der Maklervertrag braucht mindestens Textform, eine E-Mail reicht. Und die Provision wird hälftig geteilt — üblich sind 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer insgesamt, also 3,57 Prozent je Seite. Eine Vereinbarung, nach der der Käufer mehr trägt als du, ist unwirksam.
Die Fallen im Kleingedruckten
Drei Klauseln solltest du kritisch lesen. Erstens eine Laufzeit, die erst mit der Schaltung des Inserats beginnt — dann bestimmt der Makler, wann deine Bindung anfängt. Zweitens eine automatische Verlängerung ohne Kündigungsmöglichkeit. Drittens eine Provisionspflicht für Verkäufe an Personen, die du selbst gefunden hast.
Wer dir zu einer dieser Klauseln keine Erklärung geben will, sagt damit schon genug. Worauf du bei der Auswahl sonst achtest, steht auf der Seite zum Immobilienmakler in Bochum.
Häufige Fragen dazu
Muss ein Maklervertrag schriftlich sein?
Wie lange sollte die Laufzeit sein?
Kann ich Klauseln streichen lassen?
Was passiert, wenn ich vor Ablauf verkaufen will?
Kurz zusammengefasst
Drei Vertragsformen stehen zur Wahl. Der einfache Auftrag bindet niemanden, der Alleinauftrag ist der Normalfall, der qualifizierte Alleinauftrag gibt alles ab.
Prüfe immer Provision, Laufzeit, Verlängerung, Leistungen und Widerrufsbelehrung. Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern gilt Textform und hälftige Teilung der Provision.
Streichen darfst du Klauseln zur Laufzeit ohne Enddatum und zur Provision beim Eigenverkauf. Was dein Objekt wert ist, klärst du vorher über die Immobilienbewertung in Bochum.
Unsicher bei einem Vertrag, der vor dir liegt?
Wir sagen dir, was die Klauseln bedeuten — ohne dass du bei uns unterschreiben musst.
Christian Gottschling
Ein kurzes Gespräch bringt dich meist weiter als eine Stunde Lesen. Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum