Ratgeber Verkaufen

Notar- und Grundbuchkosten: Wer zahlt was?

Der Käufer trägt fast alles. Für dich bleibt ein einziger Posten übrig.

Zwei Zeilen im Kaufvertrag entscheiden darüber, wer am Ende die Rechnung des Notars bekommt. Vorgelesen werden sie in fünf Sekunden, überhört sind sie in vier.

Die Antwort gleich zu Beginn: Notarkosten beim Immobilienverkauf trägt in aller Regel der Käufer, zusammen mit den Grundbuchkosten — zusammen rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises. Als Verkäufer trägst du einen einzigen Posten, nämlich die Löschung deiner alten Grundschulden. Diese Verteilung ist kein Gesetz, sondern Vertragsstandard; gegenüber dem Notar haften beide Seiten.

Notarkosten beim Immobilienverkauf: wer welche Kosten trägt

Der Notar rechnet nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz ab. Seine Gebühren richten sich nach dem Geschäftswert, also im Wesentlichen nach dem Kaufpreis. Rabatte gibt es nicht, und ein Preisvergleich zwischen Notaren führt zu identischen Zahlen.

LeistungZahlt üblicherweiseGrößenordnung
Beurkundung des KaufvertragsKäuferca. 1,0–1,5 % des Kaufpreises
Eintragung der AuflassungsvormerkungKäuferim Grundbuchanteil enthalten
Umschreibung des Eigentums im GrundbuchKäuferca. 0,5 % des Kaufpreises
Eintragung der neuen GrundschuldKäuferje nach Darlehenshöhe
Löschung der alten GrundschuldVerkäufermeist dreistellig
Grunderwerbsteuer NRWKäufer6,5 % des Kaufpreises

Quelle: GNotKG (gesetzliche Gebührentabelle); Sätze für Nordrhein-Westfalen nach immobilie.nrw, Kaufnebenkosten. Stand: 09/2026.

Was der Notar für dieses Geld tatsächlich tut

Der Notar ist keine Beglaubigungsmaschine. Er entwirft den Vertrag, prüft das Grundbuch, holt Vorkaufsrechtsverzichte ein, überwacht die Lastenfreistellung deiner Bank und schickt die Fälligkeitsmitteilung erst dann heraus, wenn alle Voraussetzungen für die Kaufpreiszahlung vorliegen. Genau dieser letzte Punkt schützt dich: Du gibst dein Haus nicht her, bevor das Geld gesichert ist, und der Käufer zahlt nicht, bevor seine Vormerkung im Grundbuch steht.

Der Ablauf des Termins selbst — vom Vorlesen bis zur Unterschrift — steht ausführlich im Beitrag zum Ablauf des Notartermins. Wie die Zahlung abgesichert wird, erklärt der Beitrag zur Absicherung der Kaufpreiszahlung.

Rechenbeispiel für ein Bochumer Eigenheim

Nimm den Median für Eigenheime in Bochum: 455.000 €. So verteilen sich die Nebenkosten auf beide Seiten.

PositionKäuferVerkäufer
Grunderwerbsteuer, 6,5 %29.575,00 €–
Notarkosten, angesetzt mit 1,5 %6.825,00 €–
Grundbuchkosten, angesetzt mit 0,5 %2.275,00 €–
Maklerprovision, 3,57 % je Seite16.243,50 €16.243,50 €
Löschung der Grundschuld–rund 400,00 €
Summe54.918,50 €rund 16.643,50 €

Median-Kaufpreis Eigenheim: Stadt Bochum, Wohnungsmarktbarometer, Beobachtungszeitraum 01.07.2024–30.06.2025. Gebührensätze: GNotKG, Grunderwerbsteuer NRW 6,5 %, Provision nach § 656c BGB. Die Löschungskosten sind ein gerundeter Beispielwert. Stand: 09/2026.

Zwei Zahlen springen ins Auge. Erstens: Der Käufer bringt zusätzlich zum Kaufpreis rund 55.000 € auf, und diese Summe finanziert kaum eine Bank mit. Wer das früh weiß, prüft Kaufinteressenten anders — dazu passt der Beitrag zum Prüfen der Finanzierungsbestätigung. Zweitens: Auf deiner Seite steht praktisch nur die Provision. Alle weiteren Verkäuferkosten sind im Beitrag zu den Verkaufskosten für Verkäufer aufgelistet.

Dein Posten: die Löschung der Grundschuld beim Grundbuchamt Bochum

Steht im Grundbuch noch die Grundschuld deiner Bank, will der Käufer sie los sein — kein Erwerber übernimmt eine fremde Belastung. Der Weg läuft immer gleich: Du forderst bei deiner Bank die Löschungsbewilligung an, sie geht treuhänderisch an den Notar, der Notar legt sie dem Grundbuchamt Bochum vor, und dort wird die Grundschuld gelöscht.

Für die Bewilligung selbst verlangen Banken normalerweise nichts. Kosten entstehen beim Notar für die Beglaubigung und beim Grundbuchamt für die Löschung, beides nach der gesetzlichen Tabelle und beides abhängig von der Höhe der eingetragenen Grundschuld, nicht vom Kaufpreis. Bei einer Grundschuld im niedrigen sechsstelligen Bereich landest du typischerweise im dreistelligen Bereich. Die genaue Summe steht in der Kostenrechnung des Notars, nicht in einer Faustformel. Der ganze Ablauf mit Fristen steht im Beitrag zum Löschen der Grundschuld, die rechtliche Einordnung im Lexikoneintrag zur Lastenfreistellung.

Gut zu wissenLäuft dein Darlehen noch, kommt zur Löschung häufig eine Vorfälligkeitsentschädigung der Bank hinzu. Dieser Betrag ist um ein Vielfaches größer als alle Notarkosten zusammen — kläre ihn, bevor du einen Verkaufstermin zusagst.

Warum die Gebühren nicht verhandelbar sind

Notare sind keine Dienstleister im freien Markt, sondern Träger eines öffentlichen Amtes. Ihre Vergütung steht im Gerichts- und Notarkostengesetz, und ein Nachlass ist ausdrücklich verboten. Wer dir eine günstigere Beurkundung anbietet, verstößt gegen das Gesetz — ein Angebot, das du nicht annehmen solltest.

Die Berechnung folgt einer Tabelle. Aus dem Geschäftswert ergibt sich eine volle Gebühr, und jede Leistung wird als Vielfaches davon abgerechnet: die Beurkundung mit dem doppelten Satz, Vollzug und Betreuung mit Bruchteilen. Dazu kommen Auslagen für Grundbucheinsicht, Porto und Schreibkosten sowie die Umsatzsteuer. Weil der Geschäftswert vom Kaufpreis abhängt, steigen die Kosten mit dem Preis — allerdings unterproportional. Bei einem teuren Objekt ist der prozentuale Anteil kleiner als bei einer günstigen Eigentumswohnung.

Für dich heißt das: Der Vergleich zwischen zwei Notaren führt zu identischen Zahlen, der Vergleich zwischen zwei Objekten nicht. Wer eine Eigentumswohnung zum Bochumer Median von 2.318 € je Quadratmeter verkauft, hat einen deutlich kleineren absoluten Betrag im Vertrag stehen als beim Eigenheim — der prozentuale Nebenkostenblock fällt für den Käufer trotzdem spürbar aus. Wie sich das auf die Nachfrage auswirkt, zeigt der Blick auf die Preisentwicklung in Bochum.

Wo du wirklich sparen kannst — und wo nicht

Am Gebührensatz selbst lässt sich nichts drehen. Sparen kannst du an drei anderen Stellen. Erstens an unnötigen Zusatzbeurkundungen: Jede nachträgliche Änderung des Vertrags kostet erneut. Klär also Inventar, Termine und Zahlungsmodalitäten vor dem Entwurf, nicht danach. Zweitens am Geschäftswert: Bewegliche Gegenstände wie Küche, Markise oder Gartenhaus gehören getrennt ausgewiesen — sie erhöhen weder Grunderwerbsteuer noch Notargebühren, wenn sie sauber und in angemessener Höhe separat beziffert sind.

Drittens an der Zeit. Ein Vertrag, der wegen fehlender Unterlagen zweimal verschoben wird, kostet nicht nur Nerven, sondern erzeugt Zusatzgebühren und im schlimmsten Fall einen abspringenden Käufer. Welche Papiere vorliegen müssen, steht in der Unterlagenliste für den Hausverkauf. Den kompletten Weg vom ersten Termin bis zur Übergabe beschreibt die Seite zur Immobilie verkaufen in Bochum.

Was bei deinem Preis an Provision anfällt, zeigt der Maklerprovision-Rechner für Bochum. Was vorher und nachher zu tun ist, steht gesammelt im Ratgeber zum Immobilienverkauf.

Häufige Fragen zu Notar- und Grundbuchkosten

Wer sucht den Notar aus?
Üblicherweise der Käufer, weil er die Kosten trägt. Zwingend ist das nicht — die Auswahl ist frei und Notare sind zur Neutralität verpflichtet, sie beraten beide Seiten gleichermaßen. Wenn du als Verkäufer einen Notar vorschlägst, weil dort bereits die Grundbuchunterlagen liegen, spricht nichts dagegen. Der Gebührensatz ist bei jedem Notar identisch, ein Preisvergleich lohnt deshalb nicht.
Was kostet die Löschung einer Grundschuld?
Die Kosten hängen an der Höhe der eingetragenen Grundschuld, nicht am Kaufpreis. Sie setzen sich aus der Beglaubigung der Löschungsbewilligung beim Notar und der Löschungsgebühr beim Grundbuchamt zusammen, beides nach der gesetzlichen Gebührentabelle. Bei einer Grundschuld im niedrigen sechsstelligen Bereich liegt die Summe üblicherweise im dreistelligen Bereich. Den exakten Betrag nennt dir der Notar auf Anfrage vorab.
Kann der Verkäufer verpflichtet werden, die Notarkosten zu übernehmen?
Vereinbaren lässt sich das, üblich ist es nicht. Gegenüber dem Notar haften ohnehin beide Vertragsparteien als Gesamtschuldner — zahlt der Käufer nicht, kann sich der Notar an dich halten. Im Innenverhältnis gilt dann die Regelung aus dem Kaufvertrag. Lies diese Klausel deshalb genau, bevor du unterschreibst, und lass dir bei Abweichungen vom Standard erklären, warum.
Sind Notarkosten steuerlich absetzbar?
Für dich als privaten Verkäufer sind die Kosten der Grundschuldlöschung grundsätzlich Veräußerungskosten und mindern einen steuerpflichtigen Gewinn innerhalb der Zehnjahresfrist. Beim Käufer gehören Notar- und Grundbuchkosten zu den Anschaffungsnebenkosten und sind bei vermieteten Objekten über die Abschreibung relevant. Die konkrete Behandlung hängt vom Einzelfall ab und gehört zu einem Steuerberater.

Kurz zusammengefasst

Notar und Grundbuch kosten zusammen rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises, und diese Rechnung geht in aller Regel an den Käufer. Auf deiner Seite steht neben der Provision nur die Löschung der alten Grundschuld beim Grundbuchamt Bochum.

Verhandeln lässt sich an den Gebühren nichts, sie stehen im Gesetz. Sparen kannst du, indem du Inventar sauber getrennt ausweist, den Vertrag vor dem Termin fertig hast und die Vorfälligkeitsentschädigung deiner Bank rechtzeitig klärst.

Willst du deine Nebenkosten schwarz auf weiß?

Wir rechnen dir beide Seiten durch, bevor der erste Vertragsentwurf entsteht — inklusive der Posten, die deine Bank verlangt.

Christian Gottschling mit verschränkten Armen vor einem modernen Bürogebäude
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Christian Gottschling

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Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · Termine bei dir vor Ort in Bochum

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